Die Münchner Feuerwehr rüstet auf

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Die Münchner Feuerwehr darf sich auch über höhere Gehälter freuen.

München - Wenn’s brennt, muss es schnellgehen. Gerade in einer engen Stadt wie München, der dichtesten der Republik, kann ein Feuer leicht zum Inferno mutieren. Nun werden die Münchner Brandretter aufgerüstet.

Das Rathaus beschäftigt sich schon seit Jahren mit der Zukunft der Brandretter, am Dienstag beschloss der Stadtrat einstimmig mehrere Schritte: Zwei Wachen werden für 160 Millionen Euro neu gebaut, die Hauptfeuerwache wird saniert, und die freiwilligen Retter bekommen mehr Geld.

Die Parteien sind sich einig: SPD-Stadtrat Josef Assal, gleichzeitig Leitender Feuerwehrnotarzt, sagte: "Die Welt schaut auf München, wenn es um Sicherheit geht." CSU-Mann Robert Brannekämper lobte den "Meilenstein". Grünen-Fraktionschef Sigi Benker betonte, dass der Stadtrat "viel Geld in die Hand nimmt für die Sicherheit der Bürger". Rund 79 Millionen Euro soll allein der Neubau der Feuerwache 4 in Schwabing kosten. In der Heßstraße 120 entsteht ab 2012 ein großer Sicherheitsstützpunkt: Die Berufsfeuerwehr zieht aus der Nordendstraße dorthin, dadurch könnten die Retter den Nordwesten der Stadt besser erreichen, sagt Feuerwehr-Chef Wolfgang Schäuble der tz.

Besonders freut er sich für die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr, deren Abteilung "Mitte" nach Jahrzehnten in Provisorien eine Heimat bekommt. Dazu gesellen sich ein Zentrum für Katastrophenschutz, die neue Notruf-Leitstelle und eine Rettungswache. 15 Autos der Berufsfeuerwehr, zwölf Wagen der Freiwilligen und 18 Plätze für Einheiten des Katastrophenschutzes kommen unter. Bis zu 250 Retter können dort Dienst schieben.

Dramatische Einsätze der Münchner Feuerwehr im vergangenen Jahr

Dramatische Einsätze der Münchner Feuerwehr

Noch größer wird der Neubau der Feuerwache 5 am bestehenden Standort in der Anzingerstraße 41 in Berg am Laim: Sie hat Platz für 28 Wagen und 175 Brandprofis und Sonderheiten wie etwa Taucher, 24 Autos für 80 Katastrophenschützer, ein Rettungswagen samt Sanitäter und weitere Logistik-Fahrzeuge. Das alles verbirgt sich hinter einer 100 Meter-Front!

"Das wird die Spinne im Netz der Münchner Feuerwehr", sagt Schäuble. Am Dienstag genehmigte der Stadtrat den Gestaltungsentwurf des Architektenbüros Ackermann und Partner. Die Kosten der Feuerwache 5, die ab 2014 im laufenden Betrieb neu gebaut werden soll, dürfte im Bereich der Wache 4 liegen. Das Rathaus genehmigte auch, dass die Sanierung der Hauptfeuerwache untersucht wird. Der Bau von 1904 ist marode und genügt nicht einmal mehr dem heutigen Brandschutz.

Mehr Geld für Freiwillige

In Zukunft steht außerdem die Verlagerung oder der Neubau der Wachen Westend und Milbertshofen an. Freuen dürfen sich auch die 900 freiwilligen Feuerwehrler, die mittlerweile Profidienste etwa in den Hilfskontingenten des Innenministeriums oder in der Flughelferstaffel leisten. Künftig gibt es eine höhere Entschädigung für mehr Personal. Die Vergütung für alle Brandretter insgesamt steigt ordentlich - von rund 34 000 Euro auf rund 122 000 Euro pro Jahr.

David Costanzo

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