Münchner Forscher enthüllt Todesbisse von Schlangen

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München - Schlangen töten ihre Opfer noch viel hinterlistiger als bislang angenommen. Das hat ein Münchner Forscher gemeinsam mit einem US-Kollegen herausgefunden.

Der Münchner Forscher Professor Leo van Hemmen, Biophysiker an der Technischen Universität, hat mit seinem amerikanischen Kollegen Bruce Young herausgefunden: „Die wenigsten Schlangen haben wie bislang angenommen einen hohlen Giftzahn. Ihr System ist komplizierter und raffinierter.“

Die beiden Forscher stellten schnell fest: Nur etwa ein Siebtel der Schlangen nutzen den Trick, dass sie ihr gelagertes, zähes Gift mit Druck durch einen hohlen Zahn in das Opfer injizieren – etwa die Klapperschlange. „Andere Arten haben im Zahn eine Furche, an der entlang das Gift in die Wunde gelangt.“ Das Gift werde dabei regelrecht weggesaugt, mitten in das Gewebe des Opfers. „Gift hat eine ähnlich hohe Oberflächenspannung wie Wasser. Durch diese Spannung hat es den natürlichen Drang, sich auszubreiten. Sobald es von der Drüse abgesondert wird, wird es in die Furche gezogen.“

Beißt die Schlange zu, bilden die Zahnfurche und das umliegende Gewebe des Opfertiers einen Kanal. Und bei diesem Punkt gelangte van Hemmen zur zweiten Erkenntnis: „Die meisten Gifte sind erstaunlich zähflüssig – aber sie bleiben es nicht. Ähnlich wie beim Ketchup, das beim Schütteln flüssiger wird, lassen die durch den Sog auftretenden Kräfte im Kanal das Schlangengift wesentlich dünnflüssiger werden – und so gelangt es dann viel schneller in die Wunde.“ Interessant: Bei vogelfressenden Schlangen hat die Evolution das Gift besonders zähflüssig gemacht und die Furche extra tief eingerichtet. „In ihnen kann das Schlangengift nicht mehr von den Vogelfedern abgestreift werden.“

nba.

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