Münchner Freiheit: 24 Stunden einkaufen

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Diese Illustration zeigt, wo Alexander Vesely an der Münchner Freiheit seinen neuen Kiosk errichten möchte.

München - Nur ein Kiosk hat in München 24 Stunden lang offen: Der von Harald Gutzahn an der Reichenbachbrücke. Zu wenig, findet Alexander Vesely.

 In seiner Schwabinger Feinkostgeschäft „Gaumenspiel“ an der Münchner Freiheit fragten nicht nur „die Berliner Touristen ganz ungläubig: Wo habt ihr denn Eure Büdchen?“, sagt er. Auch die Schwabinger vermissen am Wochenende und nachts eine kleine Einkaufsmöglichkeit. Vesely will abhelfen – mit einem 24-Stunden-Kiosk in Form eines Kubus. Der Kiosk soll zugleich ein Info-Punkt werden, auf dem Veranstaltungen in Schwabing metergroß in Leuchtbuchstaben angekündigt werden.

Alexander Vesely.

Und gleichzeitig will Vesely damit den Busbahnhof an der Münchner Freiheit nachts beleben und so ein wenig sicherer machen. „Damit die Mädels nachts nicht mehr im Dunkeln an der Haltestelle stehen müssen.“ Bestücken will er den Kiosk mit internationalem Angebot: Über 40 Teesorten, Pfirsichsirup mit echtem Goldstaub für den exklusiven Prosecco-Genuss, Pasteten aus Frankreich, Karamellbonbons mit Crème brûlée, Schokochipsletten aus Belgien oder Chilli con Carne. Aber auch ganz Simples wie Windeln, Tiefkühlpizza und Steckerleis soll es geben.

Auf die Idee für den Kiosk kam Vesely, weil ihn der Schwabinger Bezirksausschuss damit beauftragt hatte, ein Konzept zur Wiederbelebung der umgebauten Münchner Freiheit zu entwickeln. Dabei fiel ihm eine vier mal vier Meter große Terrasse auf, die seit Jahrezehnten ungenutzt ist. „Der Bezirksausschuss stimmte meiner Idee einstimmig zu.“

Nun liegt sein Antrag bei vier Behörden. Das Liegendschaftsamt muss über die Verpachtung des städtischen Grunds entscheiden, beteiligt sind auch Planungsreferat, Bezirksinspektion und Lokalbaukommission. Auch die hat signalisiert, dass sie den Kiosk begrüße: „Wir stehen den Planungen nicht negativ gegenüber“, sagt Sprecherin Katja Strohäcker. Sobald alle Experten zustimmen, kann Vesely den Kubus hinbauen.

Susanne Sasse

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