Bahnsteige an der Kapazitätsgrenze

Mega-Umbau der U-Bahn-Haltestelle am Hauptbahnhof München - das ist der Zeitplan

Zwei Stege über den Zügen sollen den Fahrgästen mehr Platz im engen Untergrund verschaffen
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Zwei Stege über den Zügen sollen den Fahrgästen mehr Platz im engen Untergrund verschaffen.

Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) will den Bahnsteig der U4/U5 am Hauptbahnhof umbauen. Die Rolltreppen vom Sperrengeschoss am Bahnhofplatz entfallen, stattdessen soll eine Art Empore die Fahrgastströme lenken. Wann die Maßnahme fertig wird.

  • Das Wachstum der Stadt macht sich auch an den U-Bahn-Linien U4/U5 bemerkbar.
  • Besonders an der Station Münchner Hauptbahnhof herrscht ein großes Gedränge.
  • Hier gibt esInfos zu dem Bauvorhaben, dem Zeitplan und den Kosten.

München - Die magische Marke ist geknackt: „Wir hatten letztes Jahr erstmals mehr als 600 Millionen Fahrgäste“, sagt MVG-Sprecher Matthias Korte unserer Zeitung. Die immer neuen Rekorde sind Ausfluss des Wachstums der Stadt. Das Nahverkehrssystem kann aber nur bedingt mitwachsen. Neue Fahrzeuge, mehr Personal – das lässt sich bewerkstelligen. Die Bahnsteige jedoch sind ebenfalls an den Kapazitätsgrenzen angekommen. Probleme gibt es an den großen Umsteigebahnhöfen, etwa am Hauptbahnhof. Dort wird es immer enger, vor allem durch die Fahrgastströme von den Bahnsteigen der U1 und der U2 in Richtung U4 und U5 und umgekehrt.

München: Taktung der U-Bahn-Linien U4/U5 wird aufgestockt

Rund 100.000 Menschen steigen an der Station Hauptbahnhof täglich ein und aus – so viele wie an keinem anderen Bahnhof der U4/U5. An den östlichen Rolltreppen staut es sich, das Bauwerk für die Rolltreppen in Richtung Sperrengeschoss am Bahnhofplatz lässt wenig Platz auf dem Bahnsteig.

Genau dort soll nun umgebaut werden, wie die MVG auf Nachfrage mitteilt. Denn mit der Verlängerung der U5 nach Pasing, mit der U9,der zweiten Stammstrecke und mit größeren U-Bahn-Zügen wird das Fahrgastaufkommen an den Bahnsteigen weiter wachsen. Derzeit halten an dem U-Bahnsteig etwa 700 Züge am Tag, im Jahr 2030 sollen es täglich 1000 sein.

Ungewohnte Einblicke wird der Steg den Fahrgästen eröffnen.

Durch den Umbau soll mittig des Bahnsteiges der U4/U5 ein neues Podest entstehen, das jeweils eine Rolltreppe in Richtung Osten und Westen erhält. Zudem soll es dort einen zweiten Aufzug geben. Dieser führt – wie auch das Podest – zu einem Steg, der an der nördlichen Wand, oberhalb der U-Bahnen Richtung Theresienwiese, entlangführt. Über diesen Steg gelangen Fahrgäste dann ins Sperrengeschoss. Der massive Rolltreppenblock an den Abgängen zur U1/U2 entfällt im Gegenzug. „Mittelpodest und Steg sind baulich machbar, auch wenn Detailuntersuchungen noch laufen“, sagt MVG-Sprecher Matthias Korte auf Anfrage. „Wir befinden uns in einer frühen Planungsphase.“

U-Bahn-Haltestelle Hauptbahnhof München: Fertigstellung 2028 geplant

Weitere Ideen, um die Besucherströme zu entzerren, werden ebenfalls geprüft. So ist vorstellbar, sowohl eine zusätzliche Rolltreppe Richtung U1/U2 einzubauen, als auch eine zusätzlich Richtung Bayerstraße. „Da müssen wir abwarten, ob das statisch möglich ist,“ sagt der Leiter der U-Bahn-Planung Markus Schöning. 

Die Fertigstellung des Projektes soll mit der Inbetriebnahme der zweiten Stammstrecke zusammenfallen, vermutlich im Jahr 2028. Die Kosten werden derzeit auf 15 bis 20 Millionen Euro geschätzt. „Das klingt viel“, sagt Schöning. „Aber wir bauen nun mal im Bestand und unter laufendem Betrieb.“ Und das Bauwerk ist alt. Es stammt aus dem Jahr 1984.

Wie hoch ist die Coronavirus-Ansteckungsgefahr am Hauptbahnhof München, wo täglich Züge aus Italien angekommen? Für die Sicherheit dort ist die Bundespolizei zuständig.

Höchst aggressiv und uneinsichtig verhielt sich ein Mann (29) am Hauptbahnhof München gegenüber der Bundespolizei. Schließlich wurde es für die Einsatzkräfte gefährlich.

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