Bürgermeister-Gattin sammelt Spenden

Münchner helfen Münchnern: Jeder Vierte ist von Armut bedroht

Natalie Schmid (2.v.li.) finanziert mit ihrem Verein kostenlose Schachkurse, die die Schachstiftung in Alten-Service-Zentren anbietet, wie hier in der Maxvorstadt.

Bürgermeister-Gattin Natalie Schmid hat mit ihrem Verein „Münchner für Münchner“ bereits 125 000 Euro für Bedürftige gesammelt. Das ist auch dringend nötig, denn fast jeder vierte Haushalt ist auf Hilfe angewiesen.

München - Eine Spülmaschine für ein an Gicht erkranktes Ehepaar, ein behindertengerechtes Dreiradl. Schachkurse in Seniorenheimen oder eine Orientierungsbeleuchtung im Garten eines Heims für sehbehinderte Frauen. Das sind nur einige Beispiele, wie Bedürftigen in unserer Stadt geholfen wird. Möglich macht das der Verein „Münchner für Münchner“. Gründerin Natalie Schmid, Gattin von CSU-Bürgermeister Josef Schmid, erklärte gestern: 125 000 Euro an Spenden konnte sie mit neun ehrenamtlichen Helfern in zwei Jahren sammeln – und einsetzen.

Die Idee hatte die zweifache Mama und Marketing-Expertin einer Kosmetikfirma 2014 auf einer Wahlkampftour ihres Mannes, als sie die traurigen Ecken sah in München. „Wir möchten dort helfen, wo die offizielle Hilfe entweder gar nicht oder nicht schnell genug greift“, sagt Natalie Schmid. Dringend nötig, denn egal ob aus Krankheit, Arbeitslosigkeit oder Altersarmut – derzeit leben laut Sozialreferat über eine Viertelmillion Menschen in München unter oder am Rand der Armutsrisikogrenze. Die Armutsschwelle liegt für einen Ein-Personen-Haushalt bei 1350 Euro im Monat, das ergibt nach einer Befragung von 2016: Fast jeder vierte Ein-Personen-Haushalt in München (23 Prozent) ist arm!

Nach Absprache mit dem Sozialreferat steht Münchner für Münchner unverschuldet in Not Geratenen zur Seite. Unterstützt werden zum einen Projekte: 24 600 Euro gingen zum Beispiel an den Verein wohlBEDACHT in Allach. Hier gibt es sogenannte SanftMUTIG-Begleiter, die ambulant Demenzkranke betreuen und sich um die Angehörigen kümmern. Daneben bietet der Verein eine ideelle Unterstützung: Hier geht es drum, Münchnern ein paar sorgenfreie Stunden zu bescheren, etwa mit einem Wiesnbesuch für bedürftige Senioren oder einem Faschingsnachmittag im Kinderheim AtemReich für kranke Zwergerl.

Und schließlich liefert der Verein konkrete Hilfe vor Ort: Etwa 30 Münchner wurden unterstützt, ob mit einer neuen Matratze oder einer behindertengerecht ausgebauten Küche. Natalie Schmids Ziel: „Wir wollen unbedingt weitermachen, um Menschen ein würdevolles Leben zu ermöglichen.“

Wer Hilfe braucht: Anträge liegen in den Sozialbürgerhäusern der Stadt aus. 

Wer spenden möchte: Donner & Reuschel Bank, IBAN: DE19200303000223344555; BIC: CHDBDEHHXXX

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