Moderner, teurer, reicher

Münchner Innenstadt: Das Milliarden-Karussell

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Die Kaufinger Straße

München - Immer größer, immer bedeutender: Die Stadt München und der Landkreis gehören zu den am stärksten wachsenden Wirtschaftsräumen Europas. Die tz erklärt die Fakten aus dem Comfort-Städtereport.

Entgegen dem Bundestrend wächst auch die Bevölkerung deutlich (derzeit rund 1,4 Millionen Einwohner). Für Investoren noch wichtiger: vorbildliche Infrastruktur, hohe Sichereit, dazu große Umwelt-, Lebens- und Freizeitqualität. Auch unter den europäischen Shopping-Metropolen nimmt München einen Spitzenplatz ein. Die tz erklärt die Fakten aus dem Comfort-Städtereport.

Umsatz: Mehr als drei Milliarden Euro werden auf allen Verkaufsflächen in der Stadt pro Jahr eingenommen – 30 Prozent davon in der Innenstadt. Dort gibt es mit 6500 Euro pro Quadratmeter auch die höchste so genannte Flächenproduktivität (Umsatz pro qm und Jahr), sagt Einzelhandels- und Immobilienexperte Manfred Schalk, Geschäftsführer von Comfort.

Preise: „Für den nationalen und internationalen Einzelhandel gibt es keine Stadt, die München in den Schatten stellen kann“, sagt Schalk. In Stoßzeiten kommen 15 000 Passanten pro Stunde. Entsprechend liegt der monatliche Mietpreis in den Top­lagen bei 360 Euro pro Quadratmeter. Der Kaufpreis liegt teilweise bis zu 35 Mal über der Jahres-Nettomiete.

Verteilung der Geschäfte: 27,7 Prozent der Münchner Verkaufsflächen liegen in der Innenstadt. Zum Vergleich: In Berlin sind es 11,7 Prozent, in Stuttgart 37,2. Die Mischung stimmt bei uns.

Fertige Projekte: Die Hofstatt (etwa mit Abercrombie & Fitch), das Palais an der Oper (etwa mit Louis Vuitton), und, und und … In der Innenstadt ist zuletzt viel passiert. Und meistens lohnt sich’s auch. Zum Beispiel erlebt der neue Flagship-Store von H&M an der Weinstraße laut Comfort einen Riesen-Ansturm.

Neue Pläne: Wir bleiben dynamisch – die Einkaufsstraßen ändern ihr Gesicht auch weiterhin. Die Comfort-Studie weist zum Beispiel auf den geplanten neuen Flagship-Store des Juweliers Christ in der Kaufingerstraße hin. Auch das Untergeschoss am Marienplatz, die Maximilianstraße zwischen Hofgraben und Falkenturmstraße sowie das ehemalige statistische Landesamt in der Fußgängerzone am Richard-Strauß-Brunnen.

Und außerhalb der Innenstadt? Spannend für die Comfort-Experten ist vor allem die Leopoldstraße – sie sei im Umbruch, viele Einzelhändler wollen hierhin.

Münchens teuerste Einkaufsmeilen

Neuhauser & Kaufinger

Die Neuhauser- und Kaufingerstraße haben bundesweit das höchste Mietniveau (360 Euro pro Quadratmeter) und die nachhaltig stärksten Passantenfrequenzen. Der Anteil an lokalen Einzelhändlern und Traditionshäusern wie Hirmer, Ludwig Beck oder Konen ist vergleichsweise hoch. Und: Keine andere deutsche Meile ist so oft unter den weltweit schicksten und teuersten Einkaufslagen vertreten.

Theatinerstraße

Immer noch eine sehr gute Passantenfrequenz und drittteuerste Einkaufslage in der Stadt: Hier wechseln sich Luxusanbieter mit internationalen Filialen ab – das Einkaufsquartier wird gestärkt durch die Fünf Höfe und den Schäfflerhof. Die Ladenmieten liegen bei 270 Euro pro Quadratmeter.

Maximilianstraße

Ausschließlich Luxus – keine andere Einkaufsstraße in Deutschland bietet ihn so konzentriert. Hier sind etliche Flagshipstores internationaler Marken. Im Gegensatz bietet die Perusastraße mehr Charme und mehr Passanten. Der Mietpreis liegt bei 305 Euro pro Quadratmeter.

Resi- & Dienerstraße

Die klassisch-bürgerliche Einkaufslage hat viele attraktive Konzepte hinzugewonnen. Hier kaufen Luxus-Fans wie Touristen – Dallmayr ist ein Besuchermagnet. Das Sortiment beider Straßen ist bodenständig, Glanz bringt das Palais an der Oper. Bei 200 Euro pro Quadrameter liegt der Preis.

Sendlingerstraße

Hier werden die Filialen immer mehr. Die Attraktivität stieg nach der Eröffnung der Hofstatt deutlich – 15 000 Quadratmeter gibt es allein dort für Einzelhandel und Gastronomie. Zudem wurde die Fußgängerzone vom Färbergraben bis zur Hackenstraße erweitert. Mietpreis: 175 Euro pro qm.

Tal

Die Lage zwischen Marienplatz zum Isartor wird immer beliebter. Der Einzelhandel ist insgesamt aber etwas unstrukturiert, der Schwerpunkt liegt auf der Gastronomie. Durch breitere Gehwege, schmalere Fahrbahnen und mehr Platz für Handel und Gastronomie wurde die Aufenthaltsqualität 2013 verbessert. 135 Euro pro Quadratmeter zahlen Mieter.

Brienner Straße

In der Vergangenheit etwas verblasst, hat die Brienner Straße wieder aufgeholt. Neue Mieter wie Hacket London, Woolrich oder MCM sorgen für Einkaufsflair und steigende Passantenzahlen. So hat etwa auch das Stammhaus des Traditionsanbieters Eduard Meier von der Residenz- in die Brienner Straße gewechselt – und zahlt hier etwa 150 Euro pro Quadratmeter.

Leopoldstraße

Zusammen mit der Hohenzollernstraße bilden sie das Schwabinger T – die einzige Top-Lage außerhalb der Innenstadt. Die Leo ist im Umbruch: Hier sorgen vier große Projekte und Neuvermietungen für Dynamik. Das Riesen-Angebot an Einzelhandelsflächen zieht neue Konzepte an. Die Zielgruppe: jung, hip, kaufkräftig. Neu ist das Gastrokonzept „mi piace“. Mietpreis: 105 Euro pro qm.

„Viva Bavaria“ – die große Kultur- und Einkaufsnacht

Stimmt schon: Wir leben in einer Stadt der Genießer – und da kann auch das Einkaufen dazugehören. Zum Beispiel am Freitag der ­kommenden Woche, dem 12. September. Da steigt nämlich die Kulturnacht der Münchner Innenstadt. Unter dem Motto Viva Bavaria gibt’s ein Riesenangebot an Veranstaltungen und Aktionen: Musik, ­Akrobatik, Gaudi, dazu jede Menge Leckereien. Möglich machen’s die Innenstadt-Händler von CityPartner – ihre Geschäfte haben bis Mitternacht auf. Los geht’s schon um sechs. Infos im Netz: cp-muenchen.de.

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