Panne vor Verkaufsstart

Münchner Journalist erzählt: So kam ich an den neuen Asterix

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Was für ein Coup: Dorin Popa hat schon vor Verkaufsstart einen neuen Asterix ergattert - zufällig.

München - Zwei Tage vor Verkaufsstart hat der Münchner Journalist Dorin Popa einen Band des neuen Asterix gekauft. Weil Popa ein fleißiger Twitterer ist, schwappte diese Panne im Rekordtempo durch die Medien. Uns hat er die ganze Geschichte erzählt.

Herr Popa, wie sind Sie an den neuen Asterix Band gekommen?

Am Dienstag war ich in der Hohenzollernstraße unterwegs. Bei einer Buchhandlung habe ich fast versteckt vor der Tür am Boden zwei Bände des neuen Asterix entdeckt. Ich dachte wirklich, ich sehe nicht recht, aber dann, dass die Veröffentlichung vielleicht vorgezogen wurde oder etwas in der Art. Auf jeden Fall war klar, dass ich sofort einen haben muss. Ich hatte ein Eis in der Hand und sogar Angst, dass mir jemand die Bände wegschnappt, wenn ich das Eis erst zu Ende esse. Ich habe also kurz gefragt, ob ich ausnahmsweise kurz mit Eis in den Laden könnte, nur um schnell den Asterix zu bezahlen. Ich habe mir noch eine Quittung geben lassen und immer noch nicht viel dabei gedacht. Allerdings hab ich ein Foto von den Bänden in der Auslage gemacht, um zu dokumentieren, dass ich sie wirklich dort gekauft habe.

Und dann? 

Dann bin ich zu meinen Patenkindern, die ich mit meiner Liebe zu Asterix quasi angesteckt habe. Tatsächlich hatte ich mir schon die ganze Woche Gedanken gemacht, wie ich den Kindern den neuen Band schnellst möglich bringen kann. Während ich auf sie gewartet habe, hab ich ihn schon mal gelesen. Naja und eben getwittert, weil ich es so toll fand, dass ich ihn habe. Und dann ging's los.

Das Medienecho...

Ja, die Nachricht hat sich über Twitter verbreitet und kurz danach klingelte mein Telefon permanent. Da war dann klar, dass ich den Band eigentlich noch nicht haben sollte. Etliche Kollegen meldeten sich, die erst dachten, ich hätte ein Rezensionsexemplar für Journalisten. Die Nachrichtenagentur dpa rief an, einige Radiostationen und der Verlag.

Und wie fand der Verlag die ganze Sache? 

Der wollte wissen, wo und wann ich die Ausgabe gekauft habe. Die Buchhandlung wollte ich erst nicht nennen, ich wollte ja niemanden denunzieren. Man hat mir dann aber hoch und heilig versichert, dass die keinen Ärger bekommen, keine Vertragsstrafe oder ähnliches. Weil ich den Band gekauft habe und es eben kein Rezensionsexemplar ist, bin ich an keine Sperrfrist gebunden. Trotzdem habe ich dann versprochen, nicht zu verraten, was drin steht und auch keine weiteren Fotos vom Inhalt mehr zu machen.
Für den Hintergrund muss man wissen, dass vor allem der französische Mutterverlag sehr streng ist mit seinen Vorgaben, dort gibt es wohl auch keine Rezensionsexemplare vorab. Und der deutsche Verlag hatte wohl Bedenken, er könnte wiederum Ärger bekommen. Den Kindern musste ich dann erst mal erklären, dass sie den Asterix morgen nicht mit in die Schule nehmen können.

Ok, verraten Sie uns trotzdem, wie der Band ist? Ein kleines bisschen? 

Einiges ist ja schon bekannt. Etwa dass die Handlung sich an Wikileaks anlehnt, es eine Figur gibt, die an Julian Assange angelehnt ist. Aber es erwartet die Leser auch sonst viel Interessantes. Die Figuren sind viel facettenreicher als gewohnt. Man erfährt viel über einige längst bekannte Charaktere, sie bekommen neue Züge und eine Vergangenheit. Miraculix, Obelix, Gutemine. Der Fokus liegt nicht mehr nur auf Asterix und Obelix, es wird gerechter verteilt. Der Band ist sehr originell. Ich glaube beim zweiten Mal lesen wird er noch besser, so detailreich ist er.

Wirklich ein krasser Zufall...

Allerdings. Aber genau deswegen bin ich überzeugt, dass noch mehr Bände verkauft wurden. Nur eben an Leute, die nicht darüber twittern.

Lesen Sie hier: "Der Papyrus des Cäsar" - Das sagt der Verlag zur Panne

Welcher Asterix-Band ist der beste? Hier das Ranking unseres Kolumnisten Jörg Heinrich.

Und wie ist der neue band? Hier gibt es die ausführliche Rezension

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