Der Jugend aufs Handgelenk geschaut

Sommerzeit beginnt: So schaut der Blick auf die Uhr in München aus

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Nicklas Braun (19), Student mit seiner auffälligen Armbanduhr.

Auch wenn sich die Außentemperaturen noch nicht so anfühlen: An diesem Wochenende beginnt die Sommerzeit. In der Nacht von Samstag auf Sonntag um 2 Uhr werden die Uhren um eine Stunde vorgestellt.

München - Die Zeitumstellung ist umstritten. Einerseits bleibt es länger hell – darüber freut man sich beim Grillabend; und weil die Bürger erst später das Licht einschalten, soll die Sommerzeit auch Energie sparen.

Aber: Viele Menschen leiden unter dem Mini-Jetlag. In einer Umfrage der Kaufmännischen Krankenkasse berichtet jeder Dritte über Probleme, Frauen häufiger (39 %) als ­Männer (23 %). Haupt­beschwerden: Aufsteh-Schwierigkeiten, Gereiztheit, Müdigkeit.

Auch das Zeitgefühl gerät durcheinander. In den nächsten Tagen blicken die Menschen vermehrt zur Uhr – und zwar auch wieder die jüngeren! Laut Stefanie Mändlein, Projektleiterin der Schmuck- und Uhrenmesse Inhorgenta, ist dafür vor allem die Digitalisierung verantwortlich: „Gerade Smart- und Connected Watches führen dazu, dass junge Leute wieder etwas am Arm tragen. Das war – vor allem durch Smartphones – lange Zeit nicht mehr der Fall“, erklärt die Uhren-Expertin von der Messe München. Neue Funktionen wie Navigationshilfen und Fitnessmesser machten Uhren für die Jugend wieder attraktiver.

Die tz schaute jungen Münchnern aufs Handgelenk.

Praktischer als das Handy

Nicklas Braun (19, Foto oben), Student: Mit dem roten Ziffernblatt ist meine Uhr ziemlich ­auffällig – das hat mir gleich gefallen. Ich ­versuche noch, meine Freunde davon zu überzeugen, ebenfalls wieder eine Armbanduhr zu tragen. Das ist doch viel praktischer, als ­jedes Mal das Handy aus der Hosentasche zu holen! Als ich meine Prüfungen geschrieben habe, durfte ich eh kein Handy ­mitnehmen. Da blieb nur die Armbanduhr.

Isabella Biessinger (22), Chemielaborantin.

Ersatz fürs Fitnessstudio

Isabella Biessinger (22), Chemielaborantin: Ich trage eine Uhr, seitdem ich auf der Kommunion eine geschenkt bekommen habe. Der Akku meines Handys ist eh oft leer, darum ist es kein Ersatz für eine Uhr. Meine Sportuhr zeigt mir an, wie viele Schritte ich gehe und wie schnell mein Puls schlägt. Das Fitnesstudio kann ich mir dann sparen.

Lisa Bastian (23), Elektronikerin.

Ohne geht nicht

Lisa Bastian (23), Elektronikerin: Bevor ich mein Handy rausgeholt habe, um auf die Uhr zu schauen, habe ich bestimmt die S-Bahn verpasst oder bin zu spät zu einem Termin. Vor allem sieht es auch viel schöner aus, wenn man so ein Schmuckstück am Arm trägt. Wenn ich mal meine Uhr vergesse, ist das ein komisches Gefühl. Das fühlt sich richtig nackt am Handgelenk an.

Christoph Taubeneck (28), Fertigungsplaner.

Auch meine Freunde tragen Uhr

Christoph Taubeneck (28), Fertigungsplaner: Für mich ist meine Uhr eine feste Gewohnheit. Sie ist aus Titan, sehr leicht und hat ein elegantes Display – ist aber keine Rolex (lacht). Und ich kann die Uhr auch im Büro tragen. Wenn ich in einem Meeting sitze, ist es höflicher, auf die Uhr zu schauen als auf das Handy. Meine Freunde tragen eigentlich auch alle eine Uhr. Ich beobachte diesen Trend schon länger.

Pia Krebs-Hohlbrunn (26), Krankenpflegerin.

Einziges Schmuckstück

Pia Krebs-Hohlbrunn (26), Krankenpflegerin: Egal ob Lederarmband oder Metall, eine Uhr ist immer ein schönes Accessoire. Mir gefallen elegante Uhren am besten, so wie diese hier mit einem roségoldenen Gehäuse. Ansonsten trage ich eigentlich keinen Schmuck. In meinem Job muss ich die Uhr manchmal ablegen, zum Beispiel wenn ich im OP-Saal mitarbeite.

Chiara Schorbach

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