Marion Brigitta Kiechle, Direktorin der Frauenklinik des Klinikums Rechts der Isar

Münchner Klinik-Chefin: Grünes Licht „Pro Quote Medizin“

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Viel unterwegs – zum Beispiel beim letzten Kardiologenkongress in München! Marion Brigitta Kiechle, Direktorin der Frauenklinik des Klinikums rechts der Isar der TU München.

Marion Brigitta Kiechle ist Direktorin an die Frauenklinik des Klinikums Rechts der Isar der TU München und Inhaberin des Lehrstuhls für Gynäkologie. Bis vor kurzem war sie bayerische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst.

Welche Rolle spielen Frauen in den medizinischen Führungspositionen - wie sieht es heute aus und wie müsste es sich weiter entwickeln?

Obwohl es viel mehr Medizinstudentinnen und Ärztinnen als Ärzte gibt, sind die Führungspositionen in der Medizin nach wie vor überwiegend mit Männern besetzt. Jungen Medizinerinnen fehlt es daher an Role Models, weshalb ich mich für „Pro Quote Medizin“ stark mache. Wir brauchen Zielgrößen und Regularien, um maximale Exzellenz in der medizinischen Versorgung zu erzielen.

Sie sind bei der Krebsforschung - insbesondere bei der Bekämpfung des Brustkrebs - ganz vorne mit dabei. Was empfehlen Sie jeder Frau und wird sich der Krebs besiegen lassen?

Die überwiegende Mehrheit (85 Prozent) aller Frauen mit der Diagnose Brustkrebs werden geheilt. Diese gute Nachricht gilt es unter den Frauen zu verbreiten, da viele diese Diagnose mit einem Todesurteil gleich setzten, was definitiv nicht der Fall ist. Zur Behandlung sollte mach sich unbedingt in die Hände von Experten begeben, was in einem sogenannten Brustzentrum der Fall ist. Hier kann man gewiss sein, dass man die höchsten Therapiestandards erfährt und auch durch die Teilnahme an klinischen Studien unmittelbar von dem medizinischen Fortschritt profitieren kann. Zur Früherkennung empfehle ich allen Frauen ab 50 Jahren am Mammographie Screening teilzunehmen. Denn nach wie vor gilt: je früher der Krebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Eine gesunde Lebensweise trägt außerdem dazu bei, dass man eher nicht an Krebs erkrankt. Hierzu gehört regelmäßige Bewegung (20 Minuten pro Tag, zum Beispiel 8000 Schritte), ein normales Gewicht zu haben (also kein Über- oder Untergewicht) und nicht zu rauchen.

Wie wichtig ist Ihnen der Vorsitz der Bioethik-Kommission der bayerischen Staatsregierung und die Stellvertretung der Zentralen Ethikkommission für Stammzellforschung der deutschen Bundesregierung?

Dies waren wichtige und erfüllende Aufgaben, die ich bis zu meinem Ministeramt im März 2018 über fast zwei Jahrzehnte ehrenamtlich gerne übernommen habe. Es ist sehr wichtig, dass man den wissenschaftlichen Fortschritt ethisch reflektiert. Ansonsten läuft man Gefahr, dass Innovationen Ablehnung und Angst bei den Menschen auslösen.

Bodo-Klaus Eidmann

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