Diese Angsträume gibt es

Im Internet: Münchner können jetzt unsichere Orte melden

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Die Zahl der Sicherheitskräfte in München soll weiter steigen.

München - Die Stadt soll sicherer werden - und dabei kann jeder mithelfen. Stadtrat Michael Kuffer hat eine Internetseite ins Leben gerufen, über die unsichere Orte gemeldet werden können.

Albtraum Angstraum! Stadtrat Michael Kuffer (45) und die CSU lassen in Sachen Sicherheit nicht locker. Am Dienstag erst hatte der Bezirksverband gefordert, die MVG-U-Bahn-Wache auch in Bussen und Trambahnen einzusetzen. Jetzt der nächste Vorstoß von Bundestagskandidat Kuffer. Er fordert die Münchner auf, ihm öffentliche Plätze zu melden, an denen man sich ungern aufhält, ein mulmiges Gefühl hat. Dazu hat Kuffer eine Internetseite aufgebaut: www.mit-bürger.de/angstraum-melder. Die tz hat nachgefragt, warum man die sicherste Großstadt der Republik noch sicherer machen muss - und wir zeigen die ersten gemeldeten Angsträume, wie etwa die Unterführung Gabelsbergerstraße.

Mitarbeiter einer Münchner Sicherheitsfirma sollen auch bei Einsätzen in Münchner S-Bahnen zu weit gegangen sein.

Kuffer: Stadt ist ja nicht frei von Gewalt

Herr Kuffer, warum schüren Sie Ängste für Ihren Wahlkampf?

Kuffer: „Das mache ich nicht. Die Menschen in München haben ein Recht darauf, dass wir als verantwortliche Politiker das Menschenmögliche tun, um bestmögliche Sicherheit zu gewährleisten.“

Aber München IST die sicherste Großstadt der Republik...

Kuffer: „… das wird aber nur so bleiben, wenn wir uns jetzt gehörig anstrengen. Trotz eines guten Platzes in der Statistik ist München ja nicht frei von Gewalttaten.“

Mehr Kameras, 100 Sheriffs für die Stadt, die eine U-Bahn-Wache in Bussen und Trams, obendrein noch Waffen für diese Kräfte - das scheint dennoch überzogen.

Kuffer: „Da ist rein gar nichts überzogen. Im Gegenteil. Es ist ein Schritt, dem weitere folgen müssen. Wir wissen doch, dass Großstädte immer ein Anziehungspunkt von Kriminalität sind und haben das im letzten Jahr auch deutlich gespürt. Dem Einzelnen, der Opfer eines Verbrechens wird, hilft die Statistik relativ wenig.“

Was genau bezwecken Sie mit dem Angstraum-Melder?

Kuffer: „Angst kann man nicht wegverordnen. Sondern man muss sich um die Beseitigung der Ursachen bemühen. Wir müssen nicht die Ängste, sondern die Gefahren aus dem Weg räumen. Das fängt oft im ganz Kleinen an. Um dort anzusetzen, hilft uns der neue Angstraum-Melder.“

Ganz schön dunkel: Die Paul-Heyse-Unterführung nahe des Hauptbahnhofs bei Nacht.

Paul-Heyse-Unterführung

Sie ist nicht nur ein Schandfleck, sondern offenbar auch ein Angstraum. In die Paul-Heyse-Unterführung (nahe Hauptbahnhof) traut sich nachts nicht jeder hinein. 

Schweizer Platz

Beschwerden über den Schweizer Platz (Fürstenried) gibt es wegen der Trinker, die das Areal in Beschlag nehmen. Es kommt offenbar auch schon mal zu Pöbeleien und Handgreiflichkeiten.

Laimer Unterführung

Das Problem in der Laimer Unterführung scheint der enge Fußgängerweg zu sein. Man kann dort schlecht ausweichen. Die Röhre ist aber für viele eine wichtige Verbindungsstrecke.

Alter Botanischer Garten

Dass der Alte Botanische Garten ein Angst-raum ist, dürfte wegen der jüngsten Straftaten bekannt sein. Die Polizei ist dort nun auch öfter unterwegs.

Hauptbahnhof

Der Hauptbahnhof bleibt ein Sorgenkind, vor allem der Bereich am Haupteingang - unter dem Schwammerl - wird als Angstraum wahrgenommen.

Hochfrequentiert: Am Hauptbahnhof ist rund um die Uhr was los.

Sascha Karowski

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