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Münchner Mieten auf Rekordjagd

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Die Wohnungssuche in München wird wieder schwieriger – weil teurer: Die Mieten steigen nach ein, zwei Jahren der Stabilität wieder auf neue Höchstwerte.

München - Die Wirtschaftskrise hat die rasanten Preisanstiege bei den Mieten in München nur kurz bremsen können. Jetzt steuern die Wohnkosten auf neue Rekorde zu. Die einzelnen Stadtteile und die größten bayerischen Städte im Überblick:

Etwas ruhiger war es geworden um die Mieten in der Stadt. Nach einem rasanten Anstieg in den Jahren 2006 bis 2008 verharrten die Preise seit 2009 auf einem hohen, aber stabilen Niveau. Doch das ist nach dem neuen Marktbericht des Immobilienverbandes IVD vorbei: Die Mieten steigen wieder – und zwar kräftig. Sie erreichen fast durchgehend neue Rekordmarken!

Münchens schönste Fassaden

Ausgezeichnet: Münchens schönste Fassaden

Die Preissteigerung bei den Mieten in München

Die Ursache dafür sollte laut IVD eigentlich erfreulich sein: In Zeiten der Krise mit Kurzarbeit und unsicheren Jobs hätten viele Mieter mit anstehenden Umzügen gezögert. „Da wird ein Kind geboren, aber die Eltern sagen sich: Bleiben wir lieber noch ein bisschen in der Zwei- oder Dreizimmerwohnung“, sagt IVD-Forscher Prof. Stephan Kippes. Diese Umzüge würden nun, im Aufschwung, nachgeholt. Die größere Nachfrage lässt bei dem kleinen Wohnungsangebot die Preise schnell steigen.

- Attraktive und top sanierte Apartments im Altbau verteuern sich um 30 Cent auf 13,30 Euro pro Quadratmeter kalt – ein neuer, ewiger Rekord. Noch stärker, allerdings auf deutlich niedrigerem Niveau, steigen die Mieten im Schnitt des Freistaats: Hier kosten die Altbauten 7,50 Euro, das entspricht einem Plus von 1 Euro seit Anfang 2009.

- Die sehr gut erhaltene Bestandswohnung mit einem Baujahr ab 1950 erreicht in München die Rekordmiete von 12,40 Euro pro Quadratmeter kalt. In diesem wichtigsten Segment der Stadt war der Preis seit zwei Jahren um die 12 Euro stabil geblieben. Rasant sind auch die Preissteigerungen im Rest des Freistaats: Im Bestand steigen sie um 40 Cent auf nunmehr 8 Euro.

- Im Neubau erreichen die Mieten einen alten Horror-Wert: Wie schon um den Jahreswechsel 2001/2002 klettert der Quadratmeter-Preis auf 13,50 Euro! Einen Unterschied zu den schlimmsten Jahren der Wohnungsnot gibt es aber. „Damals hatten wir 60 Leute bei einem Sammeltermin zur Besichtigung“, erzählt Makler Markus Jugan, heute gäbe es keine langen Schlangen, sondern ausführliche Gespräche. Der Druck sei nicht mehr so groß.

Überhaupt seien die Mieter angesichts horrender Preise – und überzogener Vorstellungen der Vermieter – anspruchsvoller geworden, berichtet Maklerin Eva Miller. Liege die U-Bahn sieben Minuten zu Fuß entfernt, gelte das schon als schlechte Anbindung: „Letztlich entscheidet immer die Lage.“

Ein genauerer Blick auf die Entwicklung in der Stadt belegt das: In den weniger prestigeträchtigen Vierteln und am Stadtrand fallen die Mieten laut IVD sogar. Klar: Wenn die Interessenten den Eigentümern nicht die Bude einrennen, müssen die runter mit dem Preis. Dagegen explodieren die Mieten in zentralen und ohnehin schon teuren Gegenden. Hier sind besserverdienende Bürger offenbar bereit, jeden Monat richtig viel Geld auf den Tisch zu legen – aber nur für beste Wohnungen.

Ähnlich verhält es sich bei den Reihenmittelhäusern und Doppelhaushälften – auch hier erreichen die Preise neue Höchststände. Erstere kosten gebraucht und mit 100 Quadratmetern Wohnfläche 1580 Euro Miete kalt – neu 110 Euro mehr. Letztere sind gebraucht mit 125 Quadratmetern für 1870 Euro und neu für 2200 Euro im Monat zu haben.

David Costanzo

So entwickeln sich die Mieten in den Stadtteilen

Stadtteil Miete (pro qm kalt) Trend
Hasenbergl 9,30 € +0,05 €
Neuperlach 9,40 € –0,10 €
Aubing-Lochhausen-Langwied 9,60 € –0,20 €
Ramersdorf 9,80 € –0,20 €
Allach-Untermenzing 9,80 € –0,20 €
Moosach 9,90 € –0,20 €
Freimann 10,00 € –0,10€
Parkstadt-Solln 10,10 € +0,10 €
Riem 10,20 € –0,15 €
Feldmoching 10,20 € –0,20 €
Fürstenried 10,30 € +0,05 €
Berg am Laim 10,30 € =
Milbertshofen 10,40 € –0,10 €
Laim 10,50 € –0,20 €
Pasing 10,50 € –0,25 €
Sendling-Westpark 10,80 € =
Obersendling 10,80 € –0,10 €
Schwanthalerhöhe 10,80 € –0,10 €
Obergiesing 10,80 € –0,10 €
Untergiesing 10,80 € –0,10 €
Trudering 10,90 € +0,35 €
Forstenried 10,90 € =
Sendling 10,90 € –0,10 €
Hadern 11,00 € –0,10 €
Obermenzing 11,30 € +0,05 €
Thalkirchen 11,40 € +0,40 €
Waldperlach 11,50 € +0,35 €
Bogenhausen-Denning 11,50 € +0,20 €
Waldtrudering 11,60 € –0,10 €
Bogenhausen-Johanneskirchen 11,80 € =
Alt-Solln 11,90 € =
Neuhausen 12,30 € +0,10 €
Bogenhausen-Arabellapark 12,40 € +0,30 €
Bogenhausen-Oberföhring 12,60 € =
Schwabing-West 12,80 € +0,20 €
Harlaching 12,80 € +0,20 €
Ludwigvorstadt-Isarvorstadt 13,00 € =
Au-Haidhausen 13,00 € =
Nymphenburg 13,30 € =
Schwabing 13,50 € +0,20 €
Maxvorstadt 13,50 € =
Alt-Bogenhausen 13,90 € +0,30 €
Altstadt-Lehel 13,90 € +0,05 €

Quelle: IVD-Institut, Marktbericht Wohnimmobilien-Mietobjekte, Dezember 2010 mit Vergleich zum Frühjahr 2010

Das kostet das Wohnen in den größten Städten im Freistaat

Stadt

Altbau (pro qm kalt)

Herbst 2010

Altbau (pro qm kalt)

Trend

Bestand (pro qm kalt)

Herbst 2010

Bestand (pro qm kalt)

Trend

Neubau (pro qm kalt)

Herbst 2010

Neubau (pro qm kalt)

Trend

Aschaffenburg 6,80 € +0,10 € 7,30 € +0,10 € 8,50 € =
Augsburg 6,70 € +0,10 € 7,30 € = 7,80 € =
Bamberg 6,80 € +0,30 € 7,20 € +0,80 € 7,80 € +0,50 €
Erlangen 10,00 € = 9,80 € –0,10 € k. A. k. A.
Fürth 6,20 € –0,40 € 7,30 € +0,10 € 7,60 € =
Ingolstadt 6,90 € +0,20 € 8,30 € +0,50 € 8,50 € +0,20 €
Kempten 7,00 € +0,10 € 7,30 € +0,10 € 8,00 € +0,50 €
München 13,30 € +0,30 € 12,40 € +0,30 € 13,50 € +0,30 €
Neu-Ulm 7,80 € +0,10 € 8,40 € +0,20 € 8,50 € +0,10 €
Nürnberg 7,10 € = 7,50 € +0,10 € 8,70 € +0,10 €
Passau 7,00 € +0,20 € 7,50 € +0,60 € 8,30 € +0,60 €
Regensburg 7,00 € +0,30 € 8,00 € +0,70 € 9,00 € =
Rosenheim 6,90 € +0,20 € 7,40 € +0,70 € 9,00 € +0,80 €
Würzburg 7,00 € +0,20 € 7,60 € +0,10 € 8,60 € +0,20 €

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