Die Prognosen für den Wohnungsmarkt werden immer düsterer

Münchner Mieten steigen um bis zu sieben Prozent

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Immer mehr Menschen ziehen nach München, die Zahl neuer Wohnungen geht zurück – so steigen die Mietpreise weiter.

In keiner anderen deutschen Großstadt müssen Mieter tiefer in die Tasche greifen als in München – erst in dieser Woche hat dies der Mietspiegelindex des Hamburger Forschungsinstitus F+B wieder bestätigt.

Eine Kostenentspannung ist nicht in Sicht. Im Gegenteil! Für den neuen Mietspiegel der Landeshauptstadt erwartet Ferdinand Rotzinger, Leiter des Amts für Wohnen und Migration, eine Steigerung der Mieten um fünf bis sieben Prozent. Der Mietspiegel wird im Frühjahr 2009 veröffentlicht.

Ein saftiger Zuwachs: Ein Ein-Zimmer-Appartement mit 30 Quadratmetern Wohnfläche würde in Schwabing dann statt bisher rund 420 Euro Kaltmiete künftig rund 450 Euro im Monat kosten. Bei einer vergleichbaren Drei-Zimmer-Wohnung mit 80 Quadratmetern wären es rund 940 statt 880 Euro.

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Auch Tobias Vollmar vom Mieterverein München ist sich sicher: „Die Mieten werden weiter steigen.“ Gründe hierfür gibt es gleich mehrere. Die Zuzugsrate nach München ist unverändert hoch, die Zahl der neuen Wohnungen aber zurückgegangen. So wuchs die Einwohnerzahl in der Landeshauptstadt im Jahr 2004 beispielsweise um 5373 Bürger, und es entstanden 6660 neue Wohnungen. Im Jahr 2007 gab es hingegen 25 239 neue Münchner aber nur 3996 zusätzliche Wohnungen. „Somit ist die Nachfrage größer als früher, und die Preise gehen in die Höhe“, sagt Vollmar. „Das ist ein ganz normaler Marktmechanismus.“

Außerdem gibt es in München mehr Single-Haushalte als früher. Auch das lässt die Nachfrage steigen. Beim Abschluss neuer Mietverträge sind Vermieter also derzeit im Vorteil. Junge Ehepaare, die Familienzuwachs bekommen und deshalb mehr Wohnraum benötigen, trifft das besonders hart. Sie müssen tief in die Tasche greifen. „Wenn der Markt es hergibt kann ein Vermieter rein theoretisch eine freie Wohnung, die er zuvor für 350 Euro vermietet hatte, beim nächsten Vertragsabschluss für 700 Euro vermieten“, sagt Tobias Vollmar.

Besser haben es da Mieter, die schon seit vielen Jahren in derselben Wohnung leben und seinerzeit noch einen recht günstigen Vertrag abgeschlossen haben. In diesem Fall sind die Erhöhungen nicht der Willkür des Vermieters unterworfen. Sie sind gesetzlich geregelt.

Jochen Lehbrink

Quelle: tz

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