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Antworten aus Jauchs Gesicht gelesen

Münchner WWM-Millionär: Ist Online-Poker legal?

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Online-Pokerspieler Sebastian Langrock hat bei Günther Jauch eine Million Euro gewonnen

München - Der Münchner WWM-Millionär Sebastian Langrock prahlt damit, dass er als Pokerspieler Günther Jauch die Antworten aus dem Gesicht gelesen hat. Oft spielt er auch im Internet. Aber ist Online-Poker legal? Die Antwort:

Der Münchner Sebastian Langrock hat sich am Montagabend bei Günther Jauch zur Million gezockt. Am Ende hatte er sogar noch seinen Telefonjoker übrig. Das gab es in mehr als 13 Jahren noch nie! Sein Geheimnis schilderte der 36-Jährige der "Bild" wiefolgt: "Ich habe die Antworten in Jauchs Gesicht gelesen."

Diese Gabe, aus dem Gesicht seines Gegenübers zu lesen, hat Langrock nicht etwa aus seinem abgebrochenen Pädagogikstudium, sondern aus seiner späteren Karriere als Pokerspieler. Die Szene spricht dabei von "Tells", die Dinge verraten, und "Reads", also dem Lesen verräterischer Gesten und Mimik. Im Studio erzählte Langrock vor einem Millionen-Publikum, dass er seinen Lebensunterhalt mit Online-Poker im Internet und in Casinos verdient.

Ist Online-Poker in Deutschland überhaupt legal? Wir sind der Frage nachgegangen.

Glücksspiel wird in Deutschland im Glücksspielstaatsvertrag (kurz: GlüStV) geregelt, den auch der Freistaat Bayern unterzeichnet hat. Darin heißt es in Paragraph 4, Absatz 4: "Das Veranstalten und das Vermitteln öffentlicher Glücksspiele im Internet ist verboten." Poker gilt gemeinhin als Glückspiel, auch wenn Anbieter und Spieler in der Vergangenheit vor Gericht versucht haben, vor allem in der beliebten Poker-Variante "Texas Holdem" ein Geschicklichkeitsspiel zu sehen. Ein BGH-Urteil von 2011 besagt jedoch, dass bei der Frage, ob Glückspiel oder nicht, die "durchschnittlichen Fähigkeiten eines Spielers" zählen und nicht etwa die Expertise, die sich professionelle Spieler angeeignet haben, um ihre Erfolgschancen zu steigern.

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Nicht nur das Anbieten (§ 284 StGB), auch die Teilnahme (§ 285 StGB) an solchem Glücksspiel ist nach deutschem Strafrecht verboten und kann mit einer Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen bestraft werden. Ausnahme ist die Teilnahme an Glücksspiel in staatlichen Casinos wie in Bad Reichenhall, die über eine Konzession verfügen.

Die gängigen Online-Poker-Anbieter haben ihren Sitz jedoch in Ländern wie Gibraltar, auf den britischen Kanalinseln oder Malta - je nach dem, wo die aktuelle Rechtslage für sie am günstigsten ist. Im deutschen Fernsehen werben die Anbieter stets mit der Spielgeldvariante ihrer Seite und hoffen darauf, dass die neuen Spieler sich später auch beim Echtgeldportal anmelden.

Oft akzeptiert der User mit Annahme der jeweiligen AGB, dass er sich darüber versichert hat, dass die Teilnahme an seinem Standort erlaubt ist. Die Anbieter versuchen also, von vornherein die Verantwortung auf den Nutzer abzuwälzen. Es gibt zahlreiche Fälle, in denen Nutzer, zum Beispiel im Urlaub, von illegalen Standorten auf ihr Konto zugegriffen haben und dann gesperrt worden sind. Die Betroffenen stehen dann vor dem Problem, schlecht gegen den Anbieter klagen zu können. Das Geld war somit futsch.

Abseits dessen ist das Risiko für Online-Zocker überschaubar. Strafrechtlich werden Spieler bislang in der Regel nicht verfolgt, Urteile gegen deutsche Spieler sind nicht bekannt. Probleme können Zocker wie Langrock allerdings mit dem Finanzamt bekommen, sollten sie dem Pokerspiel gewerblich nachgehen. Dann müssten sie auch entsprechend Steuern abführen. Hier hat es den prominenten deutschen Pokerspieler Eddy Scharf erwischt. Das Finanzgericht Köln hat in seinem Fall 2012 geurteilt, dass die Gewinne eines erfolgreichen Pokerspielers der Einkommensteuer unterliegen. Dabei war entscheidend, dass Scharf trotz seiner Tätigkeit als Flugkapitän wiederholt Gewinne erzielt (Az.: 12 K 1136/11). Scharf hat gegen das Urteil Revision eingelegt.

Der Münchner Neu-Millionär Sebastian Langrock steht nun vor der Wahl, denn ab sofort muss er ja gar nicht mehr online spielen. Genug Geld hat er ja.

kim

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