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Ärger wegen Zeltstadt für Flüchtlinge im Müncher Osten: „Brauchen schnelle Antworten“

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Von: Carmen Ick-Dietl

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Zeltstadt für ukrainische Geflüchtete in Berg am Laim.
In dieser Zeltstadt sollen etwa 430 Menschen Platz finden. © Marcus Schlaf

Schon am 23. Mai sollen die ersten geflüchteten Menschen aus der Ukraine in die neuen Unterkünfte in Berg am Laim ziehen. Die CSU beschwert sich über mangelnde Informationen.

München - Fürs Stadtviertel und die Anwohner recht überraschend sind in Berg am Laim Unterkünfte für ukrainische Flüchtlinge aufgebaut worden. Insgesamt stehen auf dem Grundstück an der Hachinger-Bach-Straße, auf dem einst die griechische Schule gebaut werden sollte, fünf Leichtbauhallen sowie einige Container für Sanitäranlagen, Lager, Büros und Catering. Im Innenbereich der Hallen werden derzeit Wohnabteile aus Holz aufgebaut.

Die Unterkunft soll am 23. Mai bezogen werden und bis Ende 2023 stehen bleiben. Mit bis zu 430 Bettplätzen ist es der größte bisher in München realisierte Standort mit Leichtbauhallen. Wer hier genau untergebracht werden soll, wird ein Belegungskonzept regeln, das derzeit für alle Münchner Unterkünfte angefertigt wird, erklärt das Sozialreferat.

Die Unterkünfte für Geflüchtete aus der Ukraine in Berg am Laim von innen
So sehen die Unterkünfte für Geflüchtete aus der Ukraine in Berg am Laim von innen aus. © Marcus Schlaf

Unterkunft für Flüchtlinge mit sozialpädagogischer Betreuung und Sicherheitsdienst

Neben Personal, das für den Betrieb zuständig ist, soll auch eine sozialpädagogische Betreuung als Ansprechpartner für die ukrainischen Geflüchteten, Ehrenamtliche und Anwohner vor Ort sein. Außerdem soll ein Sicherheitsdienst 24 Stunden täglich anwesend sein.

Im Viertel wartet man dringend auf derartige Informationen. Eine entsprechende schriftliche Anfrage der CSU Berg am Laim beim Sozialreferat wurde jedoch zunächst von Rot-Grün abgeschmettert. Die CSU rede mit ihren Fragen nach einem Sicherheitskonzept die Konflikte vor Ort regelrecht herbei, monierte Regine Ewald (SPD).

Christian Ebbecke (CSU) verwies auf die Information, dass wohl Flüchtlinge aus der Messe-Unterkunft einziehen sollen und es dort bereits zu Problemen gekommen sei. Denen wolle man in Berg am Laim präventiv begegnen. „Das brauchen wir hier sicher nicht“, stimmte ihm Brigitte Schulz (Grüne) zu.

Fehlende Informationen zur Zeltstadt sorgen für Ärger über Bezirksausschuss

Zudem will Ebbecke auch Konflikten mit Anwohnern vorbeugen. Vor Ort fühlt man sich nämlich übergangen. Als die Hallen aufgebaut wurden, seien zahlreiche Nachfragen bei der BA-Geschäftsstelle eingegangen, was denn hier vorgehe, berichtete BA-Chef Alexander Friedrich (SPD). Das Michaeli-Gymnasium als direkter Anrainer sei über die neue Situation vor der Haustür bis heute nicht offiziell informiert worden, so Friedrich. Die Schulleitung des Gymnasiums sei doch persönlich vom BA-Vorsitzenden über den Standort unterrichtet worden, erklärt hingegen das Sozialreferat. Zudem habe man den Bezirksausschuss Mitte März in Kenntnis gesetzt, parallel dazu die Anwohnerschaft per Flyer. Im Bezirksausschuss heißt es, man habe die Fragen der Bürger nicht beantworten können, weil man selbst keine Ahnung hatte.

Deshalb wollte die BA-Mehrheit jetzt auch keine schriftliche Anfrage. Angesichts der Überlastung der Stadtverwaltung erhalte man eine Auskunft höchstwahrscheinlich erst nach dem Einzug der Menschen, erklärte Alexandra Nürnberger (Grüne) und plädierte für Informationen auf kurzem Dienstweg sowie einen möglichst baldigen Ortstermin. „Wir brauchen schnelle Antworten.“ Ebbecke hätte trotzdem gerne eine „Papierspur“ gehabt, auf die man sich später berufen könnte.

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