Für jeden fünften „Bruch“ verantwortlich

Wie drei Mädchen die Polizei auf die Spur einer Mega-Einbrecherbande führten

Einbrecher
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Das Werkzeug versteckten die Einbrecherinnen unter ihrer Kleidung.
Einbrecher München
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Das Werkzeug versteckten die Einbrecherinnen unter ihrer Kleidung.
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Das Werkzeug versteckten die Einbrecherinnen unter ihrer Kleidung.
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In einer Villa in Kroatien konnte die Polizei zwei Bandenoberhäupter festnehmen.
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In einer Villa in Kroatien konnte die Polizei zwei Bandenoberhäupter festnehmen.
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Die Polizei konnte Schmuck und andere Gegenstände im Wert von rund 100.000 Euro sicherstellen.
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Die Polizei konnte Schmuck und andere Gegenstände im Wert von rund 100.000 Euro sicherstellen.
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Die Polizei konnte Schmuck und andere Gegenstände im Wert von rund 100.000 Euro sicherstellen.

Drei Mädchen waren es, die die Münchner Polizei auf die Spur eines internationalen Einbrecherclans geführt haben. Zeitweise war die Bande womöglich für nahezu jeden fünften Einbruch verantwortlich.

München - Eine europaweit aktive Einbrecherbande ging der Münchner Polizei jetzt endlich ins Netz. Der Clan ist für zahlreiche Einbrüche in München, der Region und ganz Deutschland verantwortlich.

Dabei handelt es sich um eine Großfamilie, deren Mitglieder europaweit in Häuser und Wohnungen einbrechen. Allein den in München lebenden Clanangehörigen rechnet die Polizei laut eigenen Angaben 13 Einbrüche im Raum München zu. Wie die nun gegründete Ermittlungsgruppe namens „Cucina“ weiter ans Licht bringen konnte, steht die Bande in Verdacht, für zahlreiche weitere Taten in der Region verantwortlich zu sein. 

Auch in Gelsenkirchen, Münster, Villingen-Schwennigen, Hannover und Frankfurt konnten inzwischen Mitglieder gefasst werden.

Für jeden fünften Einbruch verantwortlich 

Wie die Polizei herausfand, soll es in dem Clan sogar eine klare Hierarchie geben. Neben den Drahtziehern, die sich um die Vermögensverwaltung im Ausland kümmern, gebe es Wohnungsgeber in Deutschland und Helfer, die sich um die Logistik, wie beispielsweise den Einsatz von Autos, kümmern. Die Einbrecher selbst seien meistens junge Mädchen.

„Wir gehen davon aus, dass diese Gruppierung in Deutschland während der Dauer der Ermittlungen für nahezu jeden fünften Einbruch in Frage kommen kann“, so Bergmann weiter.

Außerdem zeigt sich inzwischen, dass die Einbrecher zu einem weitreichenden europaweit aktiven Clan gehören, der durch Verwandtschaft oder Heirat miteinander verwoben ist.  „Das geht soweit, dass jugendliche Einbrecherinnen zwischen den Familien „ausgeliehen“ werden“, sagt Reinhold Bergmann, Kommissariatsleiter Organisierte Einbruchskriminalität. 

Laut Polizeiangaben ist das erbeutete Geld nach Kroatien geflossen. In Zusammenarbeit mit dem Kommissariat habe die Staatsanwaltschaft München I vor Ort in zwei Villen nicht nur zwei mutmaßliche Bandenoberhäupter festnehmen, sondern auch Schmuck und andere Gegenstände im Wert von rund 100.000 Euro sicherstellen können. 

Die Polizei will nun das Diebesgut den Besitzern wieder zukommen lassen, im Internet sollen Bilder von Schmuck und Uhren veröffentlicht werden.

So kam die Polizei auf die Spur der Einbrecher

Auf die Spur des Einbrecherclans kamen zwei Zivilbeamte zufällig, als sie im Januar 2016 drei Mädchen auf frischer Tat ertappten. Das Trio war laut Polizeibericht gerade dabei, eine Haustür im Lehel aufzubrechen, als sie von den Beamten beobachtet wurden. Dabei gingen sie derart schnell und geschickt ans Werk, dass die Polizisten davon ausgehen konnten, dass es sich hier um Profis handelt. Zwar hatten die Mädchen gefälschte Papiere bei sich, doch ihre wahre Identität konnte schnell ermittelt werden.

Polizei-Fotos der Einbrecher-Gerätschaften sowie der Beute und Villa gibt es oben zum durchklicken.

Ein Statement zu dem Fall gibt‘s vom Leiter des ermittelnden Kommissariats und der Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I:

Unsere wichtigsten Geschichten aus dem Lehel posten wir übrigens auch auf der Facebookseite „Lehel - mein Viertel“.

vh

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