Münchner Polizeichef will Schnaps verbieten

+
Münchens Polizeichef Werner Schmidbauer.

München - Münchens Polizeipräsident Wilhelm Schmidbauer schlägt Alarm: Immer mehr Disco-Raufereien schlagen sich in der Kriminalstatistik nieder.

 Das erklärte der Polizeichef am Freitag bei der Vorstellung der Münchner Kriminalstatistik 2010. Voriges Jahr wurden im Stadtgebiet 3987 Gewaltdelikte registriert, das sind 28,4 Prozent mehr als vor 20 Jahren. Der Anteil der gefährlichen und schweren Körperverletzungen lag 2010 bei 81 Prozent. Schmidbauer: „Das ist Gewalt um der Gewalt Willen.“ Auffällig sei die Häufung dieser Straftaten rund um die Kultfabrik und das Optimol-Gelände sowie das Diskotheken-Viertel am Maximiliansplatz während der Öffnungszeiten der Clubs.

Vor allem die Gewalttaten unter Alkoholeinfluss nähmen sehr stark zu: 2010 stiegen sie um 15 Fälle auf 1386, innerhalb von zehn Jahren um 468 Taten oder 54 Prozent. Vor allem Wodka und Wodka-Mischgetränke machten besonders aggressiv. Schmidbauer: „Die Aufhebung der Sperrstunde und zunehmender Alkoholgenuss führen zu vermehrten Gewalttaten. Hier besteht Handlungsbedaf.“

Drogen und Aklohol: Süchtige Filmstars

Kiffen, Koksen und Saufen bei den Stars

An die Adresse der Stadt gerichtet sagt Schmidbauer: „Wer schon nicht die Aufhebung der Sperrstunde rückgängig machen will, weil er glaubt, dass dies mit dem Flair einer Millionenstadt nicht in Einklang zu bringen ist, der sollte zumindest über andere Möglichketen der Gewaltprävention nachdenken.“ Einen Vorschlag hat er schon: „Ein Verkaufsverbot von harten Alkoholika zwischen Mitternacht und Morgengrauen in allen Diskotheken und Clubs würde Gewaltdelikte verhindern.“

Immer mehr Kontrollen im Nahverkehr und schnellere Strafanzeigen sorgen für ein dramatisches Ansteigen auch dieses Straftatbestandes in der Polizeistatistik: Wurden 2001 noch 1172 Schwarzfahrer angezeigt, waren es voriges Jahr 2489 – mehr als doppelt so viele!

J. Welte

auch interessant

Kommentare