Ein Münchner räumt in Hollywood ab

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Kameramann Christian Sebaldt aus München hat in Hollywood den wichtigsten US-Fernsehpreis "Emmy" gewonnen.

Hollywood - Ein Münchner im Hollywood-Olymp: Kameramann Christian Sebaldt den wichtigsten US-Fernsehpreis "Emmy" gewonnen.

Ein Bayer steht mit den ganz Großen in einer Reihe: George Clooney hat ihn, Al Pacino ebenfalls – und jetzt auch Christian Sebaldt: Ein Münchner räumt in Hollywood ab! Der Kameramann, der seit Mitte der 80er-Jahre in den USA lebt, hat bei der Emmy-Verleihung in Los Angeles den wichtigsten US-Fernsehpreis gewonnen. Genauer: für seine Arbeit bei der Krimiserie CSI – Den Tätern auf der Spur. In einer Szene stehen die Darsteller wie eingefroren da, während andere durch ein Fenster stürzen. Ausgezeichnete Arbeit, urteilte die Jury.

Siglinde Sebaldt drückte zu Hause die Daumen, während ihr Sohn Christian in den USA einen Emmy gewann.

Darauf ist Sebaldts Mutter Siglinde mächtig stolz. Sie kann den Erfolg nur aus der Ferne genießen: Die 81-Jährige lebt in Milbertshofen. Sie hat am Telefon von dem Preis erfahren: „Christian hat mich am Sonntag angerufen“, erzählt sie strahlend. „Aber aufgeregt war er nicht, da ist er nicht der Typ für.“ Jetzt fehlen nur noch die versprochenen Schnappschüsse von ihrem Sohn (52) mit dem Emmy in der einen und seiner Frau Mary (52) an der anderen Hand – heimlich aufgenommen beim Buffet, denn fotografieren war streng verboten.

Das Bild zeigt: Sebaldt hat’s geschafft. „Als er damals nach Amerika ist, war ich ganz schön aufgeregt“, sagt Siglinde Sebaldt. 1984 packte Christian seine Sachen. Davor hatte er er in den Bavaria Filmstudios sein Handwerk gelernt und schon mit Größen wie Michael Ballhaus (Rainer Werner Fassbinders Kameramann in Lili Marleen) gearbeitet. „Und dann sagte er eines Tages: ,Ich will mal sehen, was die so in Hollywood machen‘“, erinnert sich die Mutter. Ganz wohl war ihr bei der Aktion nicht. Doch die Worte ihrer Familie beruhigten sie. Die Schwägerin, Schauspielerin Maria Sebaldt, (Das Traumschiff, Der Hauptmann von Köpenick) meinte: „Der kommt bald wieder, Christian kennt doch da drüben keinen.“ Das war vor 26 Jahren. In der Zeit drehte der „Guy from Germany“ unter anderem den Horrorstreifen FearDotCom, Resident Evil: Apocalypse oder Stephen Kings Desperation.

Aktuell steht jede Menge Arbeit für CSI an. „Ich hab’ mal reingeguckt, aber die Serie ist mir zu stressig, das geht unheimlich schnell“, sagt Siglinde Sebaldt. Vielleicht schaut sie die Folge am 16. September (22.15 Uhr, RTL) trotzdem an: Da läuft Meine Leiche, deine Leiche, für die Sebaldt den Emmy bekam.

Eva Hutter

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