„Jetzt finde ich es nur noch lustig“

Arbeitsamt bittet Rentner zum Gesprächstermin - aus diesem verrückten Grund

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Böse Überraschung im Briefkasten: Horst Bultmann (66) zeigt seinen Rentenausweis und das Schreiben der Agentur für Arbeit.

Ein Münchner Rentner wird vom Arbeitsamt zum Gespräch eingeladen - um seine berufliche Zukunft zu erörtern. Doch er setzt sich erfolgreich zur Wehr.

München - Mit 66 Jahren, da fängt das Leben doch erst an! So trällerte nicht nur Udo Jürgens (†80) - offenbar ist die Agentur für Arbeit gleicher Meinung. Sie lud den Münchner Horst Bultmann (66) zu einem Gespräch über seine berufliche Zukunft - dabei ist der seit neun Monaten in Rente!

Vergangene Woche flatterte dem Rentner das Schreiben ins Haus. „Sehr geehrter Herr Bultmann, ich möchte mit Ihnen Ihre aktuelle berufliche Situation besprechen“, steht hier. Er möge doch bitte seine ausgedruckten Bewerbungsunterlagen und den ausgedruckten Lebenslauf mitbringen. Auf der Rückseite wird gewarnt: Wenn er den Termin nicht wahrnehme, könnten ihm sogar die Rentenbeiträge gekürzt werden.

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Seit Juli 2017 in Rente

„Bei einem Blick auf mein Geburtsdatum hätten doch alle Glocken läuten müssen“, sagt der Münchner. Seit 1. Juli 2017 ist der 66-Jährige ganz offiziell in Rente. Über das Schreiben vom Amt kann er nur den Kopf schütteln: „Erst war ich wütend - aber jetzt finde ich es nur noch lustig. Irgendwas muss hier schiefgelaufen sein…“

Und tatsächlich: Auf Nachfrage der tz bei der Agentur für Arbeit erklärt Sprecherin Anne Beck: „Eigentlich werden Rentner ab 65 Jahren nicht mehr von uns kontaktiert. Leider gab es in diesem Fall bei uns im Haus einen Kommunikationsfehler - der Rentenbescheid von Herrn Bultmann ist intern von einer Abteilung nicht weitergeleitet worden.“ Horst Bultmann habe sich völlig richtig verhalten und auch korrekt angegeben, dass er in Rente ist.

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43 Jahre lang in Rentenkasse eingezahlt

Der 66-Jährige ist froh, dass die Sache nun geklärt ist. „Wobei es eigentlich ein Kompliment für mich war, dass ich mit 66 noch arbeiten soll“, witzelt Horst Bultmann. Über 43 Jahre hat er in die Rentenkasse eingezahlt. Zuletzt arbeitete er als Filmtechniker bei einer Filmproduktionsgesellschaft - bis die Firma insolvent ging.

Und jetzt darf Horst Bultmann endlich seinen wohlverdienten Ruhestand genießen. An sein neues Leben als Rentner muss er sich noch gewöhnen: „Auf einmal kann ich im Bett bleiben, solange ich will, und kriege Geld, obwohl ich nichts tue - das ist für mich ganz ungewohnt.“

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Christina Meyer

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