In der Nacht auf Dienstag

88 Münchner S-Bahn-Fahrzeuge mit Farbe beschmiert

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Teils benutzten die Vandalen anscheinend Spraydosen, um die Waggons schnell zu beschmieren. Die Lackfarbe kann nur mit einer aufwändigen, chemischen Reinigung entfernt werden.

München - Täter warfen an mehreren Standorten Farbbeutel auf fahrende Züge oder sprühten am Bahnsteig auf anfahrende Züge. Dem Münchner S-Bahn-Betrieb stehen aufwändige Reinigungen ins Haus.

In der Nacht auf Dienstag sind laut Bahn insgesamt 88 Fahrzeuge der S-Bahn München durch Farbschmierereien beschädigt worden. Die Täter warfen vor allem im Westen und Süden von München entweder Farbbeutel auf fahrende S-Bahnen oder sprühten am Bahnsteig Farbe auf anfahrende Züge. Die Sachbeschädigungen wurden bei der Bundespolizei angezeigt. Die Beamten haben die Ermittlungen aufgenommen.

Damit wurde mehr als ein Drittel der insgesamt 253 verfügbaren Fahrzeuge beschmiert. „Der Schaden ist riesig“, erklärt ein Bahnsprecher der tz. „Teils wurde Lackfarbe benutzt. Wir müssen also viele Züge in unserer Werkstatt in Steinhausen aufwändig reinigen lassen.“ Das werde mehrere Tage dauern, die Kosten seien noch nicht absehbar.

Immerhin: Die S-Bahn – die insgesamt über 253 Fahrzeuge verfügt – hat entschieden, nicht alle Züge gleichzeitig wieder herzurichten. „Da ein Drittel beschmiert wurde, könnten wir sonst den Fahrbetrieb nicht aufrecht erhalten“, so der Sprecher.

Wie Bernhard Weisser, Geschäftsleiter der S-Bahn München, mitteilte, sei man gleich doppelt durch die Schmierereien geschädigt worden: "Einerseits müssen die Farben aufwändig von unseren Werkstattmitarbeitern entfernt werden. Andererseits können wir aufgrund der großen Anzahl der betroffenen Fahrzeuge unserem Anspruch nicht gerecht werden, alle Schmierereien bis zum nächsten Tag zu entfernen.“

Wer tut so etwas? Wer sind diese Irren? Fakt ist: Schon montags gegen 18 Uhr meldete der erste Zugführer, dass etwas an sein Fahrzeug geworfen wurde. Später geben weitere Kollegen an, sie hätten verdächtige Personen beobachtet. Die Bundespolizei sucht nun nach den Tätern. Welche S-Bahn-Linien besonders betroffen waren, will man noch nicht bekannt geben – aus ermittlungstaktischen Gründen.

Übrigens: Vor fast genau einem Jahr gab es einen identischen Fall in Hamburg: Zig Züge wurden damals in einen Nacht beschmiert – die Täter wurden nie gefasst.

mm/tz

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