Automatische Öffnung

Video: So funktionieren die neuen S-Bahn-Türen

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tz-Redakteurin Ramona Weise hat das automatische Türöffnersystem der S-Bahn.

München - Am Montag stellte die Deutsche Bahn am Ostbahnhof das neue Türöffnungsverfahren der S-Bahnen vor. Wir waren mit der Kamera dabei.

Die Standzeit am Bahnhof wird zwar nur um etwa eine Sekunde verringert. Doch das könnte die heiß erhoffte größere Stabilität in die Stammstrecke bringen: Ab Sonntag führt die S-Bahn ein automatisches Tür-Öffnen ein!

Zwischen Pasing und Ostbahnhof sind im Zeitraum von 6 bis 22 Uhr nun nicht mehr die Fahrgäste am Drücker. Der Lokführer gibt wie bisher die Türen frei – und öffnet sie alle mit einem zusätzlichen Knopfdruck. Das soll die Pünktlichkeit verbessern.

Die sei ein wichtiger Bestandteil der Kundenzufriedenheit, so Thomas Prechtl, Geschäftsführer der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG). Sie vergibt den Auftrag für die S-Bahn an die Bahngesellschaft, aktuell die DB Regio. Kosten für das neue Öffnen: eine Million Euro, die Hälfte zahlte die BEG. 238 S-Bahnen wurden umgerüstet. Bernhard Weisser, Geschäftsleiter der S-Bahn, erhofft sich durch die eingesparten Sekunden insgesamt einen Puffer von 15 bis 20 Minuten am Tag. Und der ist dringend nötig, um etwa nach Notarzteinsätzen Staus zu vermeiden.

Über Durchsagen informiert die S-Bahn die Fahrgäste im Vorfeld über die Änderung. Außerdem wird es an den Bahnen Aufkleber geben. Das neue System sei genauso sicher wie das alte – ein Warnton weise auf das Öffnen hin.

Bei der Tram und neuen U-Bahnen gibt es übrigens schon länger die Möglichkeit, Türen automatisch öffnen zu lassen. „Das liegt in der Verantwortung des Fahrers“, so Sprecher Matthias Korte. Probleme mit der Sicherheit habe es bislang nicht gegeben. 

So steht es um die Sicherheit

Die Aktion Münchner Fahrgäste zeigt sich zufrieden mit den automatisch öffnenden Türen auf der Stammstrecke. „Das war eine jahrelange Ur-Forderung von uns“, sagt Sprecher Andreas Nagel (57). „Wir versprechen uns eine dramatische Verbesserung.“ Bislang fahre eine S-Bahn ein – dann dauere es viel zu lange, bis alle Türen offen seien. In der Vergangenheit sei der Aktion bei der Forderung nach einem automatischen Öffnen entgegnet worden, die technische Umsetzung sei zu kompliziert. Sorgen bezüglich der Sicherheit hat Nagel nicht. „Die Fahrgäste sollten sich halt nicht mehr an die Türen anlehnen, das ist Gewöhnungssache.“ Ein Piepston kündige das Öffnen an. Doch selbst wenn sich jemand an eine sich öffnende Tür anlehne, falle er auf der Stammstrecke keinen Abgrund herunter. Die Notwendigkeit, die Neuerung auch auf die Außenäste auszubreiten, sieht Nagel nicht. Dort steigen weniger Gäste ein und aus, „und im Winter ist jeder froh, wenn nicht immer alle Türen aufgehen“.

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