Tausende Pendler betroffen

Unglaublich: Diese Jacke legte die S-Bahnen lahm

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Foto mit dem Übeltäter: Diese Jacke nahm den Münchner S-Bahnen den Saft.

München - Eine Damenjacke hat viele Münchner Pendler gehörig ins Schwitzen gebracht. Weil sich das Kleidungsstück in der Oberleitung verfängt, stehen die S-Bahnen mehr als acht Stunden.

Die Erkenntnis des 6. Oktober 2015: Eine kleine, schwarze Damen-Strickjacke kann eine Millionenstadt in ein Verkehrschaos stürzen. Von 6.30 Uhr in der Früh bis in den Nachmittag hinein ging auf der S-Bahn-Stammstrecke mal wieder nichts. Grund: Das Kleidungsstück hatte sich in einer Oberleitung verfangen und einen Kurzschluss verursacht. 

Tausende Pendler blieben zwischen Hauptbahnhof und Ostbahnhof auf der Strecke. Erst gegen 15 Uhr herrschte wieder Regelbetrieb. Mit einem Störfallprogramm versuchte die S-Bahn, bis dahin möglichst viele Fahrgäste zur U-Bahn und anderen öffentlichen Verkehrsmitteln zu bringen.

Polizei nimmt Ermittlungen auf

„Wir bedauern, dass die Fahrgäste diese Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen mussten. Die Jacke hat großen Schaden angerichtet. Die Polizei hat wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr die Ermittlungen aufgenommen“, sagte Erich Brzosa (55), Leiter der DB Netz AG.

Wie die Jacke in die Leitung kam (geworfen, geweht?), weiß bisher niemand. Zwar hielt sich mit einem defekten Teilstück der Oberleitung der Sachschaden in Grenzen, dafür muss die Bahn aber massive Umsatzverluste verkraften. Nach dem Kurzschluss fuhren alle Stromabnehmer runter. Glücklicherweise standen gerade alle Züge an Stationen, sodass keiner im Tunnel stehen blieb.

Johannes Heininger

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