Münchner S-Bahnzüge werden umgebaut!

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780 000 Menschen nutzen jeden Tag die Münchner S-Bahn. Mit neuen Investitionen soll die Qualität im Nahverkehr für die Passagiere verbessert werden

München - Die herbstlichen Betriebseinschränkungen bei der Münchner S-Bahn gehören endgültig der Vergangenheit an! Die Bahn startet ein 200 Millionen-Programm für bessere Qualität im Nahverkehr.

Jetzt können auch die restlichen 133 Münchner S-Bahn-Züge mit zusätzlichen Sandkästen ausgestattet werden, die die Bremsprobleme lösen. Das kündigte DB-Regio-Vorstandschef Frank Sennhenn der tz an. Gleichzeitig stellte er ein Programm zur Verbesserung der Qualität im Nahverkehr vor: Unter anderem werden auf der Strecke München-Salzburg zusätzliche Zugbegleiter mitfahren.

Bereits seit 2007 hatten die Pendler im Raum München im Herbst bei der S-Bahn unter Zugausfällen gelitten. Die Aufsichtsbehörde Eisenbahnbundesamt (EBA) hatte Temporeduzierung von 140 auf 100 km/h angeordnet, weil die seit 2001 in Betrieb genommenen neuen Züge auf den durch Laub und Nässe im Herbst schmierigen Schienen oft zu lange Bremswege benötigten. Grund: Die neuen Züge sind zu leicht. Bei der Suche nach Lösungen entwickelte die DB den Plan, zusätzliche Besandungsanlagen an den Fahrzeugen anzubringen. Zusätzlicher Sand sollte für eine stärkere Bremswirkung sorgen. Wegen technischer Probleme dauerte es jedoch noch bis Ende vergangenen Jahres, bis zumindest die erste Bauserie des ET 423 mit 105 der 238 Züge mit Erlaubnis des EBA umgebaut werden durfte, sodass in diesem Herbst die Betriebseinschränkungen bereits deutlich geringer ausfielen. Jetzt wurden auch die Probleme beim Einbau der Anlagen für die 133 Züge der zweiten Bauserie gelöst. DB-Regio-Vorsitzender Sennhenn: „Das Eisenbahnbundesamt hat uns mitgeteilt, dass auch diese Züge nachgerüstet werden dürfen.“ Zum nächsten Herbst dürfte der Umbau fertig sein.

Die Bahnpendler können sich jedoch noch aus einem weiteren Grund freuen: Sennhenn kündigte auf den Horber Schienentagen auch noch eine 200-Millionen-Euro teure Initiative zur Verbesserung der Qualität im Nahverkehr an.

Diese Kundenoffensive sieht unter anderem den Einsatz von 180 zusätzlichen Kundenbetreuen in besonders vollen Zügen in den Ballungsräumen wie München vor. Unter anderem sollen die Doppelstockzüge nach Salzburg mit einem zweiten Servicemitarbeiter besetzt werden.

Aber auch die Instandhaltung und die Reinigung der Züge soll verbessert werden: Dazu sollen insgesamt 80 technische Zugbegleiter sowie Instandhaltungskräfte eingestellt werden, die ebenfalls in den Zügen mitfahren sollen. Sennhenn: „Die Fahrzeugwartung soll insgesamt besser werden.“

K. H. Dix

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