Trotz perfekter Piste und Helm

Münchner Skifahrer tot: Polizei steht vor Rätsel

München - Das erste Ski-Wochenende endet gleich mit einem Todesdrama. Der Tod eines Münchner Skifahrers gibt der oberösterreichischen Polizei Rätsel auf.

Todes-Drama um einen Münchner Skifahrer! Stefan V. (44) war am Sonntagvormittag an einer scheinbar harmlosen Stelle in Saalbach-Hinterglemm gestürzt, rutschte etwa zehn Meter den Hang hinab – und hörte wenige Sekunden später für immer auf zu atmen. Das erste Ski-Wochenende endete gleich mit einem Drama!

Sein Tod gibt der österreichischen Polizei Rätsel auf: „Die Schönleitenabfahrt mündet in diesem Bereich von einem Ziehweg in ein etwas steileres Stück. Die Todesursache ist noch völlig unklar. Wir schließen aber ein Fremdverschulden aus“, sagte ein Polizeisprecher zur tz. Zumal die Piste bei knackigen minus 16 Grad perfekt präpariert war und Stefan V. einen Skihelm trug.

Der gelernte Koch und Buchhalter reiste vergangene Woche mit einigen Kumpels in den WM-Ort von 1991 – zum gemütlichen Anwedeln in die Ski-Saison. Doch Sonntagvormittag um kurz nach 11 Uhr passierte das Drama: Stefan V. fuhr mit einem seiner Freunde voraus, übersah eine Bodenwelle und verlor plötzlich die Kontrolle über die aggressiven Carvingskier. Bei dem Sturz öffnete sich auch die Bindung.

Während der Rest der Gruppe nach und nach zur Unfallstelle kam, sicherten andere Skifahrer bereits das Gelände ab und alarmierten den Rettungshubschrauber. Doch die Notärzte konnten dem zweifachen Familienvater nicht mehr helfen. Laut ORF erlag er seinen schweren inneren Verletzungen. Die genaue Todesursache muss jetzt eine Obduktion klären.

V.’s Familie verfiel in Schockstarre, als die Polizei am Nachmittag die Nachricht überbrachte. Auch seine Kollegen bei McDonald’s und früher bei Feinkost Käfer trauern um den sympathischen und lebenslustigen Stefan V.

„Wir können das noch gar nicht fassen. Hoffentlich können wir der Familie irgendwie helfen“, sagte eine Kollegin tief betroffen.

ARB/JAM

So schützen Sie sich

Schwere Stürze, Zusammenstöße, Abflüge in die „Prärie“ – selbst auf gut gesicherten Pisten gibt es keine hundertprozentige Sicherheit. Aber man kann das Risiko eindämmen. Zum Start in die neue Skisaison erklärt Dr. Marcus Schmitt-Sody, wie man sich gegen Verletzungen wappnen kann. Der renommierte Sport-Traumatologe ist Chefarzt im Medical Park Chiemsee und selbst begeisterter Skifahrer.

n Warum neben dem Helm auch der Rückenprotektor zur Standardausrüstung gehören sollte: Im Gegensatz zum Helm hat sich dieses Kunststoff-Schutzschild für die Wirbelsäule noch nicht so richtig durchgesetzt. „Dabei ist auch der Rückenprotektor unerlässlich geworden“, mahnt Schmitt-Sody.

Zum einen wegen der Gefahr eines Zusammenstoßes. Und zum anderen deshalb, weil sich der Breitenskisport radikal verändert hat. „Viele Hänge werden mit Kunstschnee und modernen Pistengeräten perfekt präpariert. Aber diese Pisten sind oft nicht nur brettleben, sondern auch betonhart“, weiß Schmitt-Sody. „ Wenn man hier mit hohem Tempo aufschlägt, kann das übel ausgehen. Besonders gefährlich wird’s, wenn man in flachem Gelände stürzt.“

n Eigene Muskelkraft richtig einschätzen: Die taillierten Carving-Ski ermöglichen brutal schnelle Schwünge, Hobbyskifahrer erreichen schnell mal Gesschwindigkeiten von 80 km/h. „Viele haben aber gar nicht die nötige Kraft, um bei diesem Tempo sicher auf dem Ski zu stehen“, so Schmitt-Sody. „Es ist wichtig, die Stärke der eigenen Muskulatur richtig einzuschätzen.“

n Warmmachen vor der ersten Abfahrt: „In der Praxis macht sich kaum ein Skifahrer warm“, weiß Schmitt-Sody. „Aber ist es wirklich sinnvoll, sich wenigstens fünf Minuten lang zu dehnen. Diese überschaubare Zeit ist zur Vorbeugung von Muskelverletzung gut investiert.“

Andreas Beez

Rubriklistenbild: © dpa

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