Asylbewerber-Zahlen für ganz Oberbayern

Hier sollen in der Stadt neue Flüchtlings-Hallen entstehen

München - München gehen die festen Quartiere für Flüchtlinge aus. Am Mittwoch wird der Stadtrat den Aufbau von drei Leichtbauhallen und weiteren Unterkünften in Gewerbebauten beschließen.

Der Strom an Flüchtlingen aus Afrika und dem Orient hält ungebremst an. „Bislang wurden der Stadt pro Woche 230 Asylbewerber zugeteilt, die wir unterbringen müssen“, erläutert CSU-Fraktionschef Hans Podiuk. „Jetzt wird die Zahl auf 300 aufgestockt.“ Mit den schon hier untergebrachten Asylbewerbern bedeutet das, dass München seine Kapazität auf insgesamt 14.500 Menschen erhöhen muss. Podiuk: „Wir kommen allmählich in eine Situation, in der es schwierig wird, feste Unterkünfte zu finden. Wir werden nicht mehr umhin kommen, auf Leichtbauhallen zurückzugreifen.“

Das sind prinzipiell Zelte mit Außenwänden aus Aluminium oder Stahlblech, die ein Dach aus Thermofolie bekommen. „Diese Hallen sind stabiler als Zelte und können beheizt werden“, erklärt Bürgermeister Josef Schmid (CSU). Eines dieser Zelte ist auf dem Busparkplatz an der Hansastraße beim Feierwerk geplant. Hier sollen 200 Menschen untergebracht werden. Ein weiteres Grundstück befindet sich in der Mainaustraße in Pasing. Hier soll kommendes Jahr ohnehin eine feste Unterkunft errichtet werden. Bis dahin ist hier eine Leichtbauhalle geplant. In der Kronstadter Straße in Berg am Laim ist eine weitere solche Unterkunft für 100 Menschen vorgesehen. Auch hier handelt es sich um ein Provisorium, bis dort Wohncontainer für Flüchtlinge aufgestellt werden.

Bis wann diese Zelte stehen werden? Podiuk: „Ich gehe davon aus, dass die Leichtbauhallen in drei Monaten stehen.“ Auch vier feste Unterkünfte wurden beschlossen: Etwa das Ex-MAHAG-Zentrum in der Karlstraße steht zur Diskussion. Hier sollen maximal 500 Menschen untergebracht werden.

Die Standorte der Flüchtlings-Hallen

Mainaustraße: Hier soll eine Leichtbauhalle für 200 Flüchtlinge aufgestellt werden. Container sind später geplant.

Tübinger Straße: In einem Gewerbebau an der Tübinger Straße ist eine Unterkunft mit 300 Betten geplant.

Hofmannstraße: Die bereits beschlossene Unterkunft in der Hofmannstraße wird von 360 auf 480 Betten aufgestockt.

Karlstraße: Das Ex-MAHAG-Center in der Karlstraße soll als Unterkunft für bis zu 500 Menschen dienen.

Hansastraße: Am Busparkplatz in der Hansastraße ist eine Leichtbauhalle für 200 Menschen geplant.

Kronstadter Straße: In diesem Gewerbegebiet entsteht wohl eine Leichtbauhalle für 100 Asylbewerber.

Berg-am-Laim-Straße: Ein ehemaliger Bürobau soll hier 330 Kinder, Jugendliche, Familien und Behinderte beherbergen.

Grafinger Straße: In der ehemaligen Zündapp-Halle soll eine Unterkunft für 200 Asylbewerber entstehen.

Landkreise im Krisenmodus

Die steigende Zahl von Flüchtlingen setzt die Landkreise in Bayern zunehmend unter Druck. „Der andauernde Zustrom von Flüchtlingen und Asylbewerbern führt dazu, dass alle Landratsämter in Bayern zwischenzeitlich über die Grenze der Belastbarkeit hinaus gefordert sind“, sagte Klaus Schulenburg, Referent für Soziales beim bayerischen Landkreistag. „Im Grunde sind alle Abteilungen des Hauses in irgendeiner Weise involviert“, sagte Christina Walzner vom Landratsamt München. Dabei hat der Kreis seine Quote noch gar nicht erfüllt:

Kreisfreie Stadt/Landkreis Soll Ist Quote
Stadt München 8281 8037 97%
Stadt Ingolstadt 911 1304 143%
Stadt Rosenheim 442 527 119%
Landkreis Altötting 690 782 113%
Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen 773 736 95%
Landkreis Berchtesgadener Land 662 699 106%
Landkreis Dachau 856 675 79%
Landkreis Ebersberg 800 707 88%
Landkreis Eichstätt 800 869 109%
Landkreis Erding 800 706 88%
Landkreis Freising 1049 859 82%
Landkreis Fürstenfeldbruck 1297 1557 120%
Landkreis Garmisch-Partenkirchen 552 729 132%
Landkreis Landsberg am Lech 718 834 116%
Landkreis Miesbach 607 539 89%
Landkreis Mühldorf am Inn 718 858 120%
Landkreis München 1987 1699 85%
Landkreis Neuburg-Schrobenhausen 580 461 80%
Landkreis Pfaffenhofen a. d. Ilm 745 917 123%
Landkreis Rosenheim 1573 1561 99%
Landkreis Starnberg 828 682 82%
Landkreis Traunstein 1104 1077 98%
Landkreis Weilheim-Schongau 828 788 95%
Gesamt 27.603 27.603 ---

Quelle: Stadt München; Die Zahlen sind auf dem Stand vom 31. Juni 2015

Wohnungsbau: Herrmann fordert zwei Milliarden Euro

Innenminister Joachim Herrmann (CSU).

Zu wenig günstige Wohnungen in der Stadt – und jetzt so ein Flüchtlingsansturm: Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sucht nach Lösungen. Er forderte gestern zwei Milliarden Euro vom Bund. Wegen der hohen Flüchtlingszahlen sei es notwendig, die Wohnungsbauzuschüsse zu vervierfachen. Der Bund müsse sich mit mindestens zwei Milliarden Euro jährlich an den Wohnungsbauprogrammen der Länder beteiligen. Bisher zahle die Bundesregierung den Ländern jährlich lediglich 518 Millionen Euro. Herrmann nannte das „absolut unzureichend“. Die Fördergelder werden in den nächsten beiden Jahren um jeweils 242,5 Millionen Euro angehoben. Der Bundesanteil liegt bei 61,3 Millionen Euro.

Durch die hohe Zahl der Flüchtlinge steige der Bedarf an einfachen, preisgünstigen Wohnungen. Diese müssten nicht gleich bestausgestattet sein. „Es reicht zunächst ein Dach über dem Kopf.“

Außerdem stehe die Landesregierung den Kommunen bei der Schaffung von neuem Bauland zur Seite. Dieses soll neu ausgewiesen, vorhandenes aktiviert und Möglichkeiten der Nachverdichtung geprüft werden. Daniel Neuberger

Johannes Welte

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