Stellplatz finden mit dem Smartphone

So will ein Münchner Start-Up die leidige Parkplatz-Suche beenden

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Wer den Bahnhofsparkplatz an der Bayerstraße nutzen will, kann schon beim Losfahren sehen, wie viele Parkplätze frei sind.

Mehrere Unternehmen buhlen um das beste Parkplatzsystem. Mit dabei im Rennen um die Parkplatz-App der Zukunft ist das Münchner Start-Up ParkHere.

So ganz uneigennützig war die Idee für eine neue Parkplatz-App nicht. ParkHere-Gründer Felix Harteneck (23) ist selbst viel mit dem Auto in München unterwegs – und ärgert sich wie viele über die Parkplatzsuche. „30 Prozent des innerstädtischen Verkehrs wird von Autofahrern verursacht, die einen Parkplatz suchen“, weiß er. Mit zwei anderen Stipendiaten am Gründungszentrum UnternehmerTUM gründete Harteneck daher das Unternehmen ParkHere.

Die Idee: ParkHere stattet Parkplätze mit Sensoren aus. Diese erkennen, ob der Parkplatz gerade belegt ist – und melden die Information an eine Park-App auf dem Smartphone. Freie Parkplätze auf dem Silbertablett? Ein Traum für alle leidgeprüften Autofahrer in der Stadt.

Schnellstarter: Innerhalb von neun Tagen gründeten Jakob Sturm, Clemens Techmer und Felix Harteneck (v.l.n.r.) die Firma ParkHere.

Die Technologie ist teils sehr anfällig

Allerdings steckt der Teufel im Detail. Denn die Sensoren brauchen Energie. Eine Verkabelung lohnt sich im großflächigen Außeneinsatz nicht. „Da kostet der Meter um die 800 Euro“, so Harteneck. Batteriebetriebene Sensoren hingegen haben sich als äußerst fehleranfällig erwiesen, die Reparatur ist teuer und aufwendig. In San Francisco hatte man diese Technologie ausprobiert – der Versuch musste aufgrund der hohen Reparaturkosten abgebrochen werden. „Unsere Lösung: Wir haben kleine Kraftwerke in die Sensoren eingebaut. Sie versorgen sich quasi selbst mit Strom“, erklärt Harteneck im tz-Gespräch.

Das Prinzip: „Der Druck, den die Autos beim Überfahren der Sensoren ausüben, wird in Energie umgewandelt.“ Die Energie reicht aus, damit die Sensoren ein Signal senden können, ob der Parkplatz frei oder besetzt ist. 25 Jahre lang sollen derartige Sensoren halten.

ParkHere will Sensoren in den Straßenbelag versenken, die freie Parkplätze an Autofahrer melden.

In München arbeitet ParkHere mit der Deutschen Bahn zusammen: Wer den Bahnhofsparkplatz an der Bayerstraße nutzen will, kann schon beim Losfahren sehen, wie viele Parkplätze frei sind und wie die Situation eine Stunde später wohl aussehen wird. Ein weiteres Einsatzgebiet sind Firmenparkplätze. „Bei großen Betrieben fahren die Mitarbeiter oft schon eine Stunde vor Schichtbeginn in die Arbeit, um einen freien Platz zu bekommen“, weiß Harteneck. Dabei werden größere Parkräume oft nicht effektiv genutzt, weil es den Beschäftigten nicht gelingt, die freien Parkplätze aufzuspüren. „Wir bieten Parkleitsysteme für Firmenparkplätze an“, so Harteneck. Und selbst, wenn der Parkplatz schon voll belegt ist, nützt diese Information den Mitarbeitern. „Dann können sie den Wagen direkt stehen lassen und öffentlich in die Arbeit fahren“, sagt Harteneck ganz pragmatisch.

Verhandlungen mit der Stadt laufen

Langfristig wollen die Gründer die ganze Stadt mit ihren Sensoren ausrüsten. „Wir verhandeln gerade mit der Stadt München“, verrät der Firmenboss. Technisch wäre die Firma mit ihren 25 Mitarbeitern bereit. „Wir produzieren 2000 Sensoren pro Monat in Serie.“

Damit könnte ParkHere das Gebiet innerhalb des Mittleren Rings in etwa vier Monaten mit ihren Parksensoren ausstatten – und den Münchnern einige Parkplatz-Ehrenrunden ersparen.

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