Betroffener Sänger berichtet

300 Münchner stecken auf Mallorca fest

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Lange Gesichter am Flughafen von Palma de Mallorca: Markus Steininger (Foto unten) wartete mit anderen Passagieren zwölf Stunden lang auf den Flieger nach München

München/Palma de Mallorca - So schnell kann Erholung verflogen sein: Etwa 300 Münchner mussten am Samstag am Flughafen Palma de Mallorca ausharren und zwölf Stunden auf ihren Heimflug warten!

Markus Steininger

Freitagabend: Sonne, Strand und Stadl-Zeit auf Mallorca. Markus Steininger (30) bringt Krümels Stadl mit seiner bayerischen Partymusik zum Kochen. Am nächsten Morgen will der 30-Jährige zurück nach München, abends soll er vor 600 Gästen in Nürnberg auftreten. Seine Maschine geht um 8.25 Uhr – zumindest steht das auf der Anzeigetafel. „Als ich zum Check-In kam, hieß es, der Flug geht erst um 11 Uhr. Begründung bekam ich aber keine.“

Weitere viermal wird der Abflug nach hinten verschoben. In der Wartehalle wächst die Wut. „Niemand wusste, wann wir fliegen. Informationen gab’s keine“, klagt Markus Steininger. Die Passagiere fragen immer wieder beim Personal nach, werden aber weggeschickt. „Zwei Polizisten bewachten sogar die Schalter, um die aufgebrachten Leute zu kontrollieren“, sagt der Sänger. Ein Air Berlin-Angestellter habe ihn angeschnauzt: „Ich dachte, ihr Deutschen hättet mehr Kultur.“

Der Grund für die Verspätung: Am Freitagabend hatte die Maschine, die eigentlich am Samstag nach München fliegen sollte, am Züricher Flughafen einen Unfall und kam nicht mehr nach Palma. „Wir haben alles getan, um unsere Gäste am Samstag schnellstmöglich nach München zu bekommen“, sagt eine Air Berlin-Sprecherin zur tz. Wieso das einen halben Tag lang dauerte? „Wir mussten erst eine Maschine einer spanischen Airline einkaufen. Das ist ein langer Prozess, da müssen erst Verträge geschlossen werden.“ Für die Wartezeit hätten die Passagiere einen Verpflegungsgutschein von 40 Euro bekommen. „Wir haben dreimal einen fünf Euro-Gutschein erhalten, mehr nicht“, sagt Steininger.

Um 20 Uhr hob der Flieger endlich Richtung München ab. Von Air Berlin will der Passauer Musiker 1500 Euro Schadensersatz für sein abgesagtes Konzert fordern. „Mein Equipment war schon aufgebaut im Lokal. Die Gäste waren natürlich stinksauer. Und ich auch.“

Christina Lewinsky

Das sind Ihre Rechte als Fluggast

Gestrandet am Flughafen – was jetzt? Bei Verzögerungen von mehr als zwei Stunden bei Flügen bis 1500 Kilometer müssen Airlines kostenlos Verpflegung und zwei Telefonate/E-Mails anbieten und notfalls auch eine Hotelübernachtung. Sind es mehr als fünf Stunden Verspätung können Sie die Reise abbrechen und Sie bekommen den Flugpreis zurück. Bei Überbuchung der Maschine: Zurückgelassene Passagiere erhalten 400 Euro für Flüge bis 3500 Kilometer. Bei wetterbedingten Flugausfällen gibt’s meist keine Entschädigung.

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