Er ignorierte Warnungen

Bayer (42) stirbt bei Lawinenunglück

St. Sigmund – Schon wieder ein Lawinentoter im Sellrain in den Stubaier Alpen. Ein 42-Jähriger aus dem Raum München wurde von den Schneemassen verschüttet. Seine Begleiter gruben ihn aus, 30 Bergretter machten sich sofort zum Unfallort auf. Aber jede Rettung kam zu spät.

Die 2875 Meter hohe Lampsenspitze ist eine der schönsten Skitourenziele in den Stubaier Alpen. Unter Tourengehern gilt die Route – bei der richtigen Spurwahl – als einfach und relativ lawinensicher. Einem 42-jährigen Wintersportler aus dem Raum München wurde der Berg am Samstagmittag allerdings zum Verhängnis. Der Mann starb in einer Lawine. Ausgangspunkt der Tour war St. Sigmund, Ortsteil Praxmar, auf rund 1700 Metern. Von hier aus sind es für geübte Tourengeher ungefähr drei Stunden bis zum Gipfel.

Bereits vor einer Woche war im selben Gebiet auf dem benachbarten, rund 3000 Meter hohen Zischgeles ein 38-jähriger Tourengeher aus der Steiermark von einer Lawine verschüttet worden. Ein Mann aus dem Landkreis Landsberg am Lech wird beschuldigt, keine Hilfe geleistet zu haben, obwohl er direkt an der Unglücksstelle vorbei fuhr.

Laut österreichischer Polizei war der 42-Jährige aus dem Raum München zusammen mit seiner 41-jährigen Begleiterin und zwei weiteren Deutschen auf einer Skitour auf der Lampsenspitze unterwegs. Der Mann fuhr bei der Abfahrt als erster in einen Hang hinein, wo sich ein Schneebrett löste, das er wohl selbst ausgelöst hatte. Seine nachfolgenden Begleiter warnten ihn noch, sie riefen ihm aus rund 50 Meter Entfernung zu, dass er den Hang verlassen solle, doch die Lawine verschüttete den Alpinsportler.

Die gut ausgerüstete Gruppe alarmierte per Handy sofort die Bergrettung. Die drei anderen Tourengeher konnten den verschütteten Mann sogar orten. Sie gruben ihn aus einer Tiefe von vier Metern aus dem Schnee aus, teilte die Polizei mit. Zeitgleich stiegen 30 alarmierte Bergretter aus Gries und St. Sigmund mit Skiern sowie fünf Hundeführer zur Unglücksstelle auf. Doch der Bergrettungsarzt konnte nur mehr den Tod des 42-jährigen Alpinisten feststellen.

Wegen des schlechten Wetters war ein Einsatz mit dem Hubschrauber nicht möglich. Ein Bergretter erklärte nach dem Einsatz gegenüber dem ORF, dass sich die Gruppe aufgrund der Sichtverhältnisse verfahren haben dürfte.

Der 42-Jährige und seine 41-jährige Begleiterin hatten die anderen beiden Tourengeher, die auch aus Deutschland stammen, auf dem Gipfel der Lampsenspitze zufällig kennengelernt. Nach einer kurzen Rast beschlossen sie, gemeinsam abzufahren. Die Wetterverhältnisse waren zu diesem Zeitpunkt bereits ungünstig. Die Lawinengefahr war am Samstag in Tirol sehr hoch. Gebietsweise wurde sie auf Stufe 4 der fünfstufigen Gefahrenskala angehoben. Vor allem die intensiven Niederschläge und stürmische Höhenwinde sorgten für schlechte Sicht und große Gefahr.

lby/sts

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolfoto

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