Bei Feier in Dublin geriet er an eine Gang

Party-Zoff! Münchner Student erstochen

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Dublin/München - Der Münchner Student Thomas H. ist nach einer Messerattacke in der irischen Hauptstadt Dublin gestorben. Ein weiterer Student wurde schwer verletzt.

Mit verschränkten Armen sichert ein Polizist den Eingang des dunklen Backsteinhauses. Neben ihm ein Beamter der Spurensicherung, ganz in Weiß. Es ist der Morgen nach der Party, die der Münchner Student Thomas H. (22) mit seinem Leben bezahlte. Von München aus ging er hinaus in die Welt – sechs Monate nach Irland zum Studieren. Doch für den jungen Mann endet das Abenteuer tödlich. Zwei Iren erstachen ihn bei einer Party in Dublin.

Samstagabend im Stadtteil Rialto: Thomas H. feiert mit Spezl Robert R. in seiner Studentenbude im ersten Stock. Beide sind Austauschstudenten am Griffith College – ursprünglich lernen sie an der privaten Macromedia Hochschule in München.

Erst seit September sind sie in Dublin. Nachts stehen die Studenten nach Angaben der Polizei auf dem Balkon, als sie mit zwei irischen Teenagern (16 und 19) einer Jugendgang in Streit geraten. Der Grund: Angeblich will Thomas H. die beiden nicht mitfeiern lassen. Das passt den Iren nicht, sie schimpfen wüst. Thomas und Robert gehen hinunter: Sie wollen die Sache klären. Zunächst reden die vier, dann brüllen sie sich an und gehen wieder auseinander.

Später kommen die beiden Iren aber zurück und stechen plötzlich mit einem Messer zu. Blutüberströmt bricht Thomas H. vor dem Hauseingang zusammen. Mehrere Stiche treffen ihn im Bauch, einer durchtrennt seine Schlagader. Drei Stunden lang kämpfen die Ärzte um sein Leben – vergeblich. Er verblutet auf der Treppe. Auch Robert R. verletzen die Angreifer schwer – mit den Händen kann er die Attacken teilweise abwehren. Er liegt mit lebensgefährlichen Verletzungen auf der Intensivstation.

An der Münch­- ner Hochschule herrscht Entsetzen. „Wir sind tief erschüttert und trauern mit den Angehörigen, denen unser tief empfundenes Mitgefühl gilt“, sagte Präsident Herbert Schmid-Eickhoff. „Wir haben an allen unseren Standorten den Unterricht ausgesetzt und Notfallseelsorge-Personal für unsere Studenten zur Verfügung gestellt.“

Im ersten Stock an der Gollierstraße liegen weiße Lilien und ein Kondolenzbuch aus. Professor Arthur Hofer hat das Opfer unterrichtet. „Ich kann es nicht fassen. Thomas war ein sehr engagierter Student mit kritischer Denke. Einer, der sich auch um andere gekümmert hat.“

A. Thieme, C.Seidl

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