Münchner Student in Dublin ermordet

Die ergreifenden Worte seiner tapferen Mutter

+
So berichtete damals die Sunday World

München - Alexandra T.-H., Mutter des in Dublin ermorderten Münchner Studenten Thomas H., hat an der Macromedia-Hochschule eine tapfere Rede gehalten. Der Geist ihres Sohnes soll in einem Stipendium weiterleben.

Er soll uns allen in Erinnerung bleiben als enthusiastischer und fantasievoller junger Mann. Er liebte das Leben und kostete es aus.“ Es sind die Worte von Alexandra T.-H., der Mutter des ermorderten Münchner Studenten Thomas H. († 22), den irische Jugendliche Anfang Dezember 2012 in Dublin auf einer Party erstachen (tz berichtete). Vier Monate nach dem schmerzlichen Verlust ihres Sohnes tritt sie mit einer Rede vor 400 Studenten der Münchner Macromedia-Hochschule in der Gollierstraße, wo auch Thomas eingeschrieben war. „Wie Sie alle wissen, wurde mein Sohn Opfer von sinnloser Gewalt.“ Aber das soll andere Studierende nicht abhalten, eigene Erfahrungen im Ausland zu machen. Es ist der Auftritt einer starken Frau!

Mit fester Stimme, aber zitternden Fingern betritt Alexandra T.-H. das Podium und spricht zehn Minuten lang ohne Pause. Sie wirkt gefasst, trägt die Rede professionell vor. Der Anlass: Kurz nach dem Tod von Thomas, der während seines Auslandssemesters am Griffith College in Dublin zu Tode kam, bespricht sie eine Idee mit den Präsidenten beider Universitäten.

Mit ihrem Mann Wolfgang möchte sie dem verstorbenen Sohn ein Ehrenmal setzen. Sein offener und neugieriger Geist soll weiterleben – in einem Stipendium, das seinen Namen trägt. „Thomas besuchte Irland als kleines Kind und als Jugendlicher. Er entschied sich für Dublin wegen der lebhaften Musikszene. Jeder Austauschstudent ist auch ein kultureller Botschafter“, sagt die Mutter – eine unglaublich tapfere Frau. Sie möchte den internationalen Austausch fördern, obwohl ihr eigener Sohn im Ausland starb. „Es klingt wie große Worte, aber mein Mann und ich glauben, dass die Welt ein Stück besser werden kann, wenn es mehr Verständnis und Zusammenarbeit gibt.“

Deshalb finanziert die Familie künftig gemeinsam mit der MHMK und dem Griffith College einem Studenten, der von München aus nach Dublin geht oder umgekehrt, für ein Jahr lang die Semestergebühren sowie den Unterhalt. „Thomas wuchs zweisprachig auf und war sozial engagiert. Wir wünschen uns, dass der Stipendiat ein tiefes Verständnis der Kultur des Gastlandes erhält. Er soll sich dort wohlfühlen und einleben.“ Die Bewerbungsfrist für Studenten der Privatuni läuft bis zum 15. April.

Andreas Thieme

auch interessant

Kommentare