Jahrelang täuschte er Kunden

Tacho-Trickser vor Gericht

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Der Gebrauchtwagenhändler vor Gericht.

München - Ein 66 Jahre alter Gebrauchtwagenhändler hat jahrelang Tachos manipulieren lassen und so seine Kunden übers Ohr gehauen. Vor Gericht gestand der Mann den Betrug nun.

Früher war Mario F. (66, Name geändert) begeisterter Rennfahrer und fuhr bei Amateur-Wettbewerben mit. Mit seinem Gebrauchtwagenhandel in der Landsberger Straße kam er zuletzt aber vom rechten Weg ab, ließ jahrelang die Tachos manipulieren – und täuschte so seine Kunden über den tatsächlichen Kilometerstand. Am Mittwoch machte ihm das Landgericht den Prozess wegen gewerbsmäßigen Betrugs in 37 Fällen.

Völlig zusammengesunken sitzt Mario F. auf der Anklagebank, das Strafverfahren setze ihm sehr zu – über seinen Anwalt gesteht er die Taten, an jede einzelne kann er sich nicht mehr erinnern. Richter Norbert Riedmann hilft ihm auf die Sprünge: Fast zwei Jahre lang, zwischen Januar 2009 und Dezember 2010, beauftragte G. immer wieder professionelle Tachodreher, die die Laufleistung seiner Oberklasse-Gebrauchtwagen fälschen. So nimmt er unberechtigterweise eine Summe von 108.200 Euro ein, in Einzelfällen bezahlen nichtsahnende Kunden bis zu 8000 Euro zu viel. Sein Motiv: Geldsorgen. F. konnte mit der Konkurrenz kaum mithalten, wollte seine erworbenen Gebrauchtwagen schneller weiterverkaufen. Das ging schief!

Kurios: Erst durch die Telefonüberwachung von vermeintlichen Kemptener Mafia-Mitgliedern stoßen die Ermittler eher beiläufig auf Mario F., der in Gesprächen häufiger genannt wird. Nun hören die Beamten auch ihn detailliert ab. Ergebnis: Er ist ein Tacho-Trickser! Ihm droht nun eine Haftstrafe.

A. Thieme

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