Herrchen: "Ich war sprachlos"

Verschollener Kater taucht nach zwölf Jahren wieder auf

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Nach zwölf Jahren wieder vereint: Martin Heuer und Kater Arion.

München - Nach zwölf langen Jahren der Trennung hat der als aggressiv geltende Kater Arion am Donnerstag sein Herrchen in einem Münchner Tierheim wiedergetroffen.

Wie viele Jahre überdauert die Liebe einer Katze zu ihrem Menschen? Antwort: Wahrscheinlich ein ganzes Leben lang, sicherlich aber zwölf Jahre. Den bewegenden Beweis dafür lieferte Kater Arion (13) im Münchner Tierheim. Nach zwölf langen Jahren der Trennung fand der als aggressiv geltende Kater Donnerstagfrüh sein Herrchen wieder. Die Reaktion des Tieres wird keiner der Anwesenden je wieder vergessen.

Martin Heuer studierte vor 13 Jahren in München Tiermedizin. Katerchen Arion war erst ein paar Wochen alt, als der Student ihn zu sich nahm. Fortan teilten sich die beiden die Studentenbude im Olympiadorf. Für alle Fälle bekam Arion einen kleinen Erkennungschip unter die Haut gepflanzt: „Er lief gern frei herum, blieb auch mal zwei Tage weg. Und plötzlich kam er gar nicht mehr.“ Martin Heuer suchte ihn überall, hängte Suchzettel auf und meldete den herben Verlust beim Suchtierregister Tasso. Doch Arion blieb verschollen.

Die schrägsten Tiere der Welt

Die schrägsten Tiere der Welt

Opossum
Das schielende Opossum (Didelphis) Heidi im Zoo Leipzig. Das Tier hat einen Sehfehler. © dapd
Zu viel Winterspeck? Ein Katta im Hamburger Tierpark macht den Test. © ap
Dieser chinesischen Schopfhund ist 2007 zum hässlichsten Hund der Welt gewählt worden. Er wird nur bis zu 33 Zentimeter groß und ist in dieser Variante haarlos. © AP
Huch? Ist ein Storch nicht eigentlich weiß? In Briesen (Brandenburg) wurde dieser blaue Storch gesichtet. © dpa
Mit seiner großen gurkenförmigen Nase gehört der Nasenaffe nicht zu den gängigen Naturschönheiten. Er lebt nur auf der indonesischen Insel Borneo, immer nah am Wasser und in Mangrovenwäldern. © dpa
Diese Königskrabbe kann bis zu 15 Kilogramm schwer werden und erreicht eine Spannweite von bis zu zwei Metern. Sie ist auch als "Kamtschatka Riesenkrabbe" bekannt. Sie stammt aus dem nördlichen Pazifik vor Japan und Alaska. © AP
Diese japanische Riesenkrabbe spielt mit einem Mini-WM-Ball. Sie ist die größte lebende Krebsart. Ihre Spannweite beträgt knapp vier Meter. © dpa
Zwei Sphinx-Katzen. Sie sind eine kanadische Katzenart. Auf den ersten Blick ist die Sphinx-Katze haarlos, doch bei näherer Betrachtung ist ein zarter Flaum zu erkennen. Sie ist sehr intelligent und ihre Haut bräunt im Sommer ebenso wie die des Menschen. © AP
Die Sphinx-Katzen Hale-Bopp (links) und Beanie Baby ruhen sich bei einer Tiershow aus. © AP
Es gibt den reinrassige chinesische Schopfhund auch in der Variante „Powder Puff“ mit ganz feinem Fell. Auch dieses Exemplar wurde ebenfalls beim World's Ugliest Dog Contest in Petaluma, Kalifornien, 2007 gesehen. © AP
Dieser chinesische Schopfhund besitzt nur ein Auge und drei Pfoten. Der arme Kerl gewann 2008 den Titel des hässlichsten Hundes der Welt. Chinesische Schopfhunde gelten als verspielt, aufgeweckt und gefühlvoll. © AP
Miss Ellie ist 15 Jahre alt und blind. Beste Voraussetzungen für die reinrassige chinesische Schopfhündin, den begehrten Titel des hässlichsten Hundes der Welt abzuräumen. © AP
Der mexikanische Schwanzlurch hat eine besondere Fähigkeit: Er kann verlorene Gliedmaßen nachwachsen lassen. In ihrer Heimat gehören Axolotl zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten. © dpa
Bei uns werden Axolotl für die Wissenschaft genutzt. An ihnen wird das Wachsen von Zellen aus dem Embionalstadium beobachtet. Die Tiere wachsen ein Leben lang, im Alter allerdings immer langsamer. © dpa
„Astaroth“ ist ein Aye-Aye-Männchen. Das Fingertier verfügt über bis zu acht Zentimeter lange Finger mit denen es sich sein Essen angelt. Fingertiere leben nur noch auf Madagaskar. © dpa
„Sam“ war drei Jahre in Folge der hässlichste Hund der Welt. Der chinesische Schopfhund wurde inzwischen eingeschläfert, seine Website gibt es aber immer noch. © dpa
Der Nacktmull lebt in Halbwüsten in Äthiopien, Kenia und Somalia und ist ein Sandgräber. Er lebt in von Weibchen geleiteten großen Kolonien. © dpa
Der Nacktmull (hier im Dresdener Zoo) gilt als das sozialste Tier der Welt, hat aber ein echtes Imageproblem wegen seines Aussehens. © dpa
Der Seeteufel (vorne) oder auch Lotte genannt lebt im nordöstlichen Atlantik und ist wegen seines weißen und festen Fleisches beliebt. Im Hintergrund ein Felsenbarsch. © dpa
Der Sternmull ist eine Maulwurfart und hat rund um seine Schnauze 22 fingerförmige Hautanhänge. Er lebt an Land, jagt aber auch im Wasser. Um seine Beute aufzuspüren, bläht er Luftblasen auf, saugt sie sofort wieder ein und nimmt so die Duftstoffe der Beute war. Dann weiß er, wohin er schwimmen muss. © Ken Catania/Nature/dpa
Dieser Kater heißt Frank bzw. Louie. Je nachdem von welcher Seite man ihm ins Gesicht schaut. Er lebt in Worcester im Bundestaat Massachusetts.

Die Jahre vergingen. Martin Heuer zog nach Minden (Westfalen) und gründete mit Ehefrau Stephanie eine Kleintierpraxis. Dort erreichte ihn kürzlich eine Mail von Tasso mit der Bitte um Rückruf: „Eine freundliche Dame teilte mir mit, dass mein Kater im Münchner Tierheim sitzt. Ich war sprachlos.“ Dort war Arion am 7. April von seinem letzten Halter abgegeben worden – angeblich wegen massiver Aggressionen. Tatsächlich ließ der Kater niemanden mehr an sich heran und biss sogar seinen Pfleger.

Donnerstag um 9 Uhr betrat Martin Heuer mit bangem Herzen den kleinen Raum, in dem Arion auf ihn wartete. Und dann geschah das kleine Wunder. Der als unnahbar und verstört geltende Kater lief hochinteressiert um den Tierarzt herum, schnupperte an seiner Hand, biss ihm sachte in die Finger – und schnurrte! „Es war, als ob ein Funken Erinnerung in ihm wach würde“, schilderte Martin Heuer diesen bewegenden Moment. Mittags traten die beiden schon die Heimreise an: „Ich bitte jeden, der ein Tier findet, mit ihm zur Identifizierung zum Tierarzt oder ins Tierheim zu gehen. Dann könnte es noch viel mehr Happy Ends geben. So wie unseres.“

tz-Stichwort: Tasso

In Europas größtem Haustierzentralregister Tasso sind 4,5 Millionen Tiere registriert, die einen Wiedererkennungschip unter der Haut tragen. Der kann von jedem Tierarzt oder Tierheim mit einem Lesegerät ausgelesen werden. So können als vermisst gemeldete Tiere ganz schnell wieder ihren Besitzern zugeordnet werden. Die Anträge für die einfache Registrierung gibt es auch beim Tierarzt.

Alle Infos unter www.tasso.net

Dorita Plange

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