Er wollte nur noch alleine sein

Der letzte Tiger in Hellabrunn ist gestorben

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Tiger Nurejev, wenige Stunden bevor er eingeschläfert wurde.

München - Traurige Nachricht aus dem Münchner Tierpark Hellabrunn. Die Pfleger haben Tiger Nurejev eingeschläftert. Er war der zuletzt einzige Tiger des Zoos. Wir zeigen sein letztes Foto.

Die Besucher vom Tierpark Hellabrunn standen noch am vergangenen Mittwochmittag vor dem Käfig des Tigers und beobachteten Nurejev. Ein Bild, das die Tierfreunde lange nicht vergessen werden: Mit letzter Kraft schleppte sich die einst so stattliche Raubkatze zu dem großen Stück Fleisch, das die Pfleger ihm hingeworfen hatten. Mit hinkenden Hinterbeinen, die Nackenhaare aufgestellt, die Ohren angelegt – wie ein verwundetes Tier –, packte Nurejev sein Fressen mit dem Maul.

Doch der sibirische Tiger machte sich nicht, so wie früher, sofort genüsslich über seine Mahlzeit her. Nein, er verzog sich mit seiner Beute in eine Ecke, legte sich nieder und platzierte das Fleisch vor seinem Haupt. „Man hatte das Gefühl, er will nur noch alleine sein“, sagt Florian Weiß. Der tz-online-Reporter hat die letzten Stunden des Tigers miterlebt. Nurejev habe das Fleisch unentwegt angestarrt“, berichtet er. „Aber angerührt hat er nichts, keinen Bissen.“

Am Donnerstagmorgen kamen die Tierärzte zu dem Entschluss, dass der 17-jährige Nurejev eingeschläfert werden muss. Jetzt trauert der Tierpark um seinen letzten Tiger. „Am vergangenen Wochenende hatten wir das Gefühl, er berappelt sich wieder“, erklärte am Freitag die Sprecherin Christiane Reiss der tz und fährt fort: „Nurejev war plötzlich wieder aktiv.“ Es muss wohl sein letztes Aufbäumen gewesen sein.

Seit Herbst 2012 hatten die Pfleger beobachtet, dass Nurejev zunehmend wackliger auf den Beinen wurde und Schmerzen hatte. Trotz intensiver Behandlung und Spezialfutter habe sein Appetit nicht zugenommen. Seine Tiger-Partnerin Leila war im November 2011 im Alter von 18 Jahren verstorben. Zoodirektor Andreas Knieriem ist bereits auf der Suche nach jungen Tigern und hofft, die Raubkatzen im Sommer zeigen zu können.

Lay/FW

Seine letzten Fotos: Hellabrunn schläfert Tiger Nurejev ein

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