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Irre Betrugsmasche am Münchner Hauptbahnhof: Toilettenmann soll 425.000 Euro ergaunert haben

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Von: Stefanie Wegele

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Der Prozess gegen die beiden Angeklagten geht am Donnerstag weiter.
Der Prozess gegen die beiden Angeklagten geht am Donnerstag weiter. © Jantz

Mit einer irren Betrugsmasche sollen ein Münchner Toilettenmann und seine Ex-Lebensgefährtin am Hauptbahnhof das große Geld gemacht haben. Nun stehen die beiden vor Gericht.

München - Jahrelang soll ein Putzmann das große Geschäft mit dem Geschäft anderer Leute gemacht haben: 425.812,98 Euro soll Stjepan K. (63) aus einer kostenpflichtigen Toilettenanlage an Gleis 11 am Hauptbahnhof in die eigene Tasche abgezweigt haben. Seit Mittwoch muss sich der Kroate wegen Unterschlagung vor dem Landgericht verantworten. Mitangeklagt ist seine (Ex-)Lebensgefährtin Jadranka J., die für die gleiche Firma arbeitete und ihm einen Schlüssel für die Geldkassette in den Automaten gegeben haben soll. 

Regungslos sitzt der schlanke Mann mit dem grau melierten Vollbart auf der Anklagebank. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, von 2013 bis 2017 etwa 250 Mal Geld aus dem Münzautomaten entwendet und auf sein eigenes Konto eingezahlt sowie im Spind versteckt zu haben. Aufgeflogen ist das Geschäft im Herbst 2017. Die Betreiberfirma, die pro Toilettengang einen Euro von den Kunden verlangt, bemerkte Unregelmäßigkeiten und soll einen Detektiv eingeschaltet haben. 

Angeklagter Toilettenmann schweigt: Lebensgefährtin packt über Betrug aus

Der 63-Jährige äußerte sich zum Prozessauftakt nicht zu den Vorwürfen. Ganz anders seine Ex-Lebensgefährtin, die über eine Stunde lang bereitwillig redete. Zu Beginn erklärte ihre Verteidigerin, dass die 57-Jährige jegliche Beteiligung bestreitet. Die Objektleiterin für die WC-Anlage will nichts davon gewusst haben, was ihr Freund gemacht haben soll. Die Reinigungskraft gab an, dass sie Zugang zu den Schlüsseln für Automat und Geldkassette hat und erklärte, wie die Geldentnahme abläuft. Die Bosnierin: „Die Geldkassetten haben wir in einem Raum in der WC-Anlage in einen Eimer entleert und in Sicherheitssäcke verpackt.“ 

Da es keine Ersatz-Geldkassette gab, habe diese sofort wieder eingesetzt werden müssen. Da die 57-Jährige Rückenprobleme gehabt habe, habe der Angeklagte die schweren Säcke in ihr Büro gebracht. Dort habe sie das Geld im Safe eingeschlossen. Daher habe sie ihm kurzzeitig den Schlüssel gegeben. Dies habe sie der Betreiberfirma gemeldet. Die Höhe der Summe könne sie sich nicht erklären. Ebenso wenig wisse sie, was er mit dem Geld gemacht hat. Sie wisse nur, dass er einen Lexus gekauft hat. Der Prozess geht am Donnerstag weiter. 

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