Niederbayer stirbt in Nepal

Lawinen-Drama im Himalaya! Münchner überlebt

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Nepalesische Rettungskräfte bergen einen verletzten Bergsteiger im Himalaya

München - Mindestens neun Bergsteiger sind Sonntagfrüh bei einem Unglück im Himalaya gestorben – darunter ein Niederbayer. Ein Münchner Bergsteiger (52) hatte irres Glück.

Ein Münchner Bergsteiger (52) konnte sich retten. Auch vier Bergsteiger aus dem Raum München kamen mit dem Leben davon, sie mussten allerdings bei der Bergung der Leichen helfen.

„Die Leute lagen offenbar noch im Schlaf, als die Lawine vom Berg kam“, so Dominik Müller, Leiter des Oberstdorfer Expeditions-Veranstalters Amical, der zwölf Bergtouristen aus Deutschland und Österreich für gut 10 000 Euro pro Person auf den 8163 Meter hohen Gipfel führen sollte, darunter auch der Münchner und ein Mann aus Dingolfing. In drei Tagen wollten die Extrem-Touristen vom Basislager in 3800 Meter Höhe aus den Gipfel erreichen. Müller: „So, wie es aussieht, hatte die Gruppe in Lager 2 ihre Zelte aufgeschlagen.“ Als die Lawine aus 7000 Metern ins Tal donnerte, biwakierten auch andere Gruppen am Berg.

Nach den vorliegenden Informationen wurde der Dingolfinger getötet, der Münchner überlebte. Allerdings kam ein nepalesischer Träger ums Leben. Insgesamt starben bei dem Unglück neun Menschen. Die Überlebenden wurden per Helikopter ins Tal gebracht. Von den restlichen Gruppen seien noch acht Personen vermisst, hieß es. Für sie gibt es wenig Hoffnung, denn die Rettungsaktion wurde abends wegen schlechten Wetters eingestellt.

Auch die Münchner Extrembergsteiger Benedikt Böhm (35) und Sebastian Haag (33) sind vor Ort, sie wollten in einer Tempoexpedition den Bergriesen bezwingen – an einem Tag! Mit im Team sind der Brunnthaler Robert S. (37) und Rainer L. aus Feldkirchen-Westerham. Dessen Vater erlebte bange Stunden, als ich sein Sohn gestern früh endlich per Satelliten-Telefon meldete: „Das wichtigste war, dass alle leben. Unser Sohn und sein Kamerad Robert waren im Lager unterhalb der Unglückstelle, als die Lawine herunter kam.“ Böhm und Haag waren schon oberhalb. „Sie mussten dann helfen, die Toten zu bergen. Sie haben sie mit bloßen Händen ausgegraben.“

Andreas Thieme, Johannes Welte

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