Der Münchner Untergrund

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Fast vorweihnachtlich leuchten diese beiden Kanalarbeiter im Regenrückhaltebecken unterm Gut Großlappen.

München - Sie waren auch schon im Münchner Untergrund, weil Sie oft mit der U- oder S-Bahn unterwegs sind? Dann kennen sie nur einen Bruchteil des unterirdischen Gängesystems!

Die tz zeigt Ihnen das 2400 Kilometer umfassende Revier der 120 Kanalarbeiter aus aller Herren Länder, die täglich im Abwasserkanalnetz unterwegs sind. Chef der Truppe ist Ben Tax, der schon vor 32 Jahren „abgetaucht“ und auch für die 13 gigantischen Regenrückhaltebecken zuständig ist. Dorthin rauscht das Niederschlagswasser über 70 000 Gullys. Das Gewölbe unter dem Gut Großlappen etwa ist so groß wie drei Fußballfelder und sechs Meter hoch. Nach 20 Minuten Stark­regen ist es voll.

„Die Kanalarbeit muss man gern tun oder sich was anderes suchen“, meint Bin Tepe (58) und seit 20 Jahren bei der verschworenen Underground-Kameradschaft dabei. Seine Aufgabe ist die Reinigung der Regenrückhaltebecken und aller Kanäle von Rückständen, die sich nicht von selbst lösen. Die kleinen Rohrkanäle sind nur 90 Zentimeter hoch und 60 Zentimeter schmal. Auf einer Art Skateboard knieend rutschen die Arbeiter gebückt durch die Rohre – in voller Montur. Kein Wunder, dass in dieser Branche Muskel-Skelett-Erkrankungen häufig sind, und Erkältungen.

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Deshalb wird Wert auf die richtigen Hebewerkzeuge und gute Schutz­aus­rüstung gelegt. Beides wurde durch das Betriebliche Gesundheitsmanagement (seit 2002) verbessert. Vorsorgeuntersuchungen und kostenlose Impfungen kommen hinzu. Für solche Maßnahmen wurden der Eigenbetrieb Stadtentwässerung und das Personalreferat mit einem Zertifikat der AOK ausgezeichnet.

bw.

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