Münchner Unternehmen geben Mitarbeitern fußballfrei

Das Bier steht kühl, die Bratwürste stapeln sich im Kühlschrank: Um 20.45 Uhr startet am Mittwoch Abend das heißersehnte EM-Halbfinale Deutschland gegen Türkei!

Die meisten Fußballfans haben da schon längst Feierabend. Doch auch viele Münchner Unternehmen haben ein Herz für ihre Angestellten – und geben ihnen heute Abend fußballfrei!

Riesenjubel bei der Belegschaft des BMW-Werks am Olympiapark: Heute Abend enden dort alle Spätschichten ausnahmsweise schon um 19 statt wie sonst um 24 Uhr. „Von unseren 9000 Angestellten haben 1700 einen türkischen Pass. Ich bin mir sicher, dass sich unsere Mitarbeiter heute für alles interessieren, nur nicht für unsere Autos,“ schmunzelt BMW-Pressesprecher Michael Rebstock.

Auch bei MAN und der Linde AG wird der Feierabend heute schon früher angepfiffen. „Unsere Spätschicht geht normalerweise bis 23.30 Uhr, heute dürfen die Mitarbeiter schon um 20 Uhr heim,“ verrät MAN-Pressesprecher Detlef Hug. Für alle Mitarbeiter der Linde AG endet der Schichtdienst heute ebenfalls schon ums 20 Uhr. Pressesprecher Stefan Metz: „Heute möchte jeder das Spiel sehen – dem können wir doch nicht im Weg stehen!“

In den Münchner Gasthäusern und Lokalen läuft der Betrieb heute Abend dagegen auf vollen Touren – hier wurde die Belegschaft sogar noch aufgestockt! Auch im Hofbräuhaus am Platzl wird das Spiel übertragen. „Unsere Kellner dürfen selbstverständlich auch einen Blick auf die Bildschirme werfen,“ sagt Geschäftsleiter Wolfgang Sperger. Er ist selbst riesiger Fußballfan: „Toll, dass die deutsche Elf so weit gekommen ist – da muss man als Arbeitgeber doch ein Auge zudrücken!“

Fußballstimmung auch im Spatenhaus an der Oper und im Seehaus im Englischen Garten: Hier haben sich die Köche sogar einen kleinen Fernseher in die Küche gestellt. Doch keine Angst, Schweinshax`n und Knödel stehen pünktlich auf dem Tisch: „Die Speisen haben natürlich Vorrang – egal, wie spannend das Spiel wird,“ verspricht Kuffler-Pressesprecherin Christine da Silva.

Glück haben auch die U-Bahn-Fahrer und Service-Mitarbeiter der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG): Ihnen wird jedes Tor über Funk vom Betriebszentrum mitgeteilt und den Fahrgästen der Spielstand über Lautsprecher und Anzeigentafeln an den Haltestellen bekannt gegeben.

Doch bei aller EM-Eupohorie: Arbeitnehmer haben keinen Anspruch darauf, für die Spiele frei zu bekommen. Kristina Schweier, Fachanwältin für Arbeitsrecht aus München: „Die Spiele sind Privatsache. Wer ohne Erlaubnis vorzeitig Feierabend macht oder sich einfach krank meldet, muss mit einer Abmahnung oder im schlimmsten Fall sogar mit einer Kündigung rechnen!“ Also Vorsicht – sonst droht am Ende noch ein Eigentor…

Christina Schmelzer

Quelle: tz

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