Mann verklagte Baufirma

Was ein Bauzaun aushalten muss

München - Ein umgestürzter Bauzaun hatte ein vorbeifahrendes Auto beschädigt. Der Besitzer verklagte daraufhin die Baufirma auf Schadensersatz. Jetzt fiel das Urteil.

Ein Bauzaun muss so stabil sein, dass er nicht von einer Windböe umgeweht werden kann. Das hat das Amtsgericht München in einem am Montag veröffentlichten Urteil festgestellt. Ein ordnungsgemäß gesicherter Zaun müsse sämtlichen Witterungsbedingungen standhalten. Mit der mittlerweile rechtskräftigen Entscheidung gab die Richterin einem Mann recht, der eine Baufirma verklagt hatte. Das Unternehmen habe seine Verkehrssicherungspflicht verletzt. Im November 2010 war der Kläger an einer Baustelle in Gräfelfing vorbeigefahren, als eine Absperrung plötzlich umstürzte und seinen Wagen beschädigte. Der Autobesitzer verlangte daraufhin mehr als 2400 Euro von der Baufirma. (Az.: 244 C 23760/11)

Der Zaun sei ordnungsgemäß aufgestellt worden, erklärte das Unternehmen. Mit einem Sturm habe man nicht rechnen können. Die Richterin folgte dieser Argumentation nicht. Ihrer Ansicht nach hätte das Unternehmen die Konstruktion mehr als einmal die Woche kontrollieren müssen. Zudem sei die Absperrung nicht richtig gesichert worden, sonst wäre sie nicht umgestürzt. So sei das Gewicht der Zaunelemente nicht gleichmäßig verteilt worden. Allein schon das Umfallen des Zaunes sei ein Anscheinsbeweis für eine unzureichende Sicherung, heißt es in der Entscheidung.

dpa/lby

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