Was jetzt im ÖPNV besser werden soll

Nicht nur der Fahrplan wird gewechselt - MVG lässt jetzt XXL-Tram los

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Zwei Generationen von Trambahnen: die neue Avenio (links) und das Vorgängermodell.

Die MVG hat pünktlich zum Fahrplanwechsel neun der 22 neuen Trambahnen vom Typ Avenio in Betrieb genommen. Alles über die neue Tram und zum Fahrplanwechsel:

Die neuen Trambahnen fahren ab Montag auf der Linie 12 und lassen sich künftig mit anderen Einheiten koppeln. Die bieten dann 260 Fahrgästen Platz – 40 mehr als bisher. Bahn frei für die XXL-Tram! Was sonst neu ist, was die Kunden beim Avenio-Schnuppertag sagen, verraten wir hier:

München: Fahrplanwechsel bringt Verbesserungen für U-Bahn, Bus und Tram

Der Fahrplanwechsel – los geht es ab heute – bringt Verbesserungen für U-Bahn, Bus und Tram. Zeit wird’s allemal! Denn das Planungsreferat rechnet im Jahr 2030 mit einem Zusammenbruch des Straßennetzes.

Laut SZ werde es in München dann keine Rushhour mehr in den Morgenstunden und am Abend geben. Stattdessen herrsche eine Dauer-Hauptverkehrszeit zwischen 6 und 21 Uhr: 100 Prozent Straßenauslastung ganztägig, lediglich in den Mittagsstunden könnte noch ein kleines bisschen Platz sein. Der Stau-Gau!

Die MVG steuert gegen: Mit dem Fahrplanwechsel startet mit dem X50 ein neuer Expressbus im Münchner Norden, außerdem sollen die Busse 139 und 164 öfter fahren. Die Linie 185 wird abends länger bedient, und auf der Linie 178 kommen größere Gelenkbusse zum Einsatz (statt der kleinen). Ab Frühjahr soll darüber hinaus der neue Expressbus X80 zwischen Moosach und Puchheim Bahnhof pendeln. Zudem werden die Linien 56 und 172 verdichtet, der Bus 153 kommt auch samstags zum Kunden. Und im Münchner Westen wird die neue Linie 157 etabliert.

München: Taktverdichtungen bei der MVG

Bei der U-Bahn setzt die MVG auf Taktverdichtungen. Die U3 fährt nun auch an Ferien-Freitagen im Fünf-Minuten-Takt zwischen 12.45 Uhr bis 19.30 Uhr vom Olympiazentrum nach Fürstenried West. Auch die U4 fährt in der Hauptverkehrszeit alle fünf Minuten, die U5 wochentags ab 12.45 Uhr ebenfalls. Zudem gilt bei der U6 der Fahrplan auch an Schul- und Feiertagen. Die U7 wird ferner zu den großen Messen eingesetzt, die U8 verkehrt auch samstags bis Neuperlach Zentrum.

Außerdem fahren die Tramlinien 15 und 25 jetzt auch samstags im Fünf-Minuten-Takt, die 19er dauerhaft bis nach Berg am Laim. Die N20 fährt am Stachus sechs Minuten früher als bisher. Die Verlängerung der Tram 21 bleibt bestehen. Die Tramlinie 22 verkehrt weiter zwischen Lothstraße und Karlsplatz.

Sascha Karowski

Das sagen die Münchner zur neuen Tram 

Eingang gelungen

Ich finde die neue Avenio sehr schön. Ihr Einstiegsbereich wirkt einladend und ist recht geräumig. Das ist zum Beispiel für Rollstuhlfahrer wichtig. Die helle, freundliche Beleuchtung macht was her. Ich würde mir nur wünschen, dass das mit der Zulassung schneller gegangen wäre: Dann gäbe es endlich mehr Avenios in München.

Christian Helmig (63), Selbstständiger

Christian Helmig

Tolles Design

Das Design der Avenio ist richtig cool. Sie wirkt einfach moderner und eleganter. Verglichen mit den alten Modellen sind die Sitze deutlich bequemer. Aber auch was die Technik angeht, können sich die neuen Trams sehen lassen: Ihre Beschleunigung ist besser als bei den älteren Modellen. Außerdem laufen sie geschmeidiger.

Nino Keneder (24), Medizinischer Fachangestellter

Es gibt viel Platz

Wir haben die Schnupperfahrt gemacht und sind begeistert von den neuen Zügen. Uns ist aufgefallen, dass sie viel leiser fahren, als man das von den älteren Modellen gewohnt ist. Die inneren Werte der neuen Tram haben uns auch überzeugt: Man hat mehr Platz. Familien mit Kinderwagen können an allen Türen einsteigen.

Paul (6) und Sabine Huster (40), Sachbearbeiterin

Paul (6) und Sabine Huster

Neue Haltestelle Schwabinger Tor

Mit der Tram-Haltestelle „Schwabinger Tor“ der Linie 23 wird ein neues Stadtquartier an das Streckennetz der MVG angeschlossen. Gestern war Eröffnung. Die außergewöhnlich konstruierte Haltestelle liegt zwischen „Parzivalplatz“ und „Am Münchner Tor“. Es ist die erste Haltestelle, die ein privater Investor gebaut hat, das Quartiersmanagement der Grundstücksbesitzer. MVG-Infrastrukturchef Arne Petersen sagte: „Es ist der letzte Baustein für die Tram 23 zum Frankfurter Ring und die 174. Haltestelle im Netz.“

Die Haltestelle Schwabinger Tor ist seit gestern am Netz

Oma läuft immer noch

Läuft und läuft und läuft: die Oma unter den Trambahnen – Baureihe P! Von den historischen Zügen sind nach wie vor noch welche im Einsatz, etwa auf der Linie 14, aber auch auf den Linien 21 und 28. Die Züge (Baujahr ab 60er-Jahre) wurden später für den schaffnerlosen Betrieb umgerüstet, waren zwischenzeitlich ausgemustert und sind seit 2014 wieder im Einsatz. 

Lesen Sie auch: Legt der Warnstreik bei der Deutschen Bahn die Münchner S-Bahn lahm?  

InMünchen fordern die Grünen eine Ausweitung des Tramnetzes. Strecken sollen nicht nur ins Umland erweitert, sondern auch auf einen Fünf-Minuten-Takt umgestellt werden.

Die MVG plant den Busverkehr komfortabler und pünktlicher zu machen. Deshalb soll es mehr Fahrspuren geben. Dazu sollen unter anderem zahlreiche Parkplätze wegfallen.

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