Der Pendo Verlag hat die Rechte an Jones’ umstrittenem Mohammed-Roman erworben

Münchner Verlag mit Mut

Der mächtige Verlag Random House gab klein bei und zog die Veröffentlichung zurück – aus Angst vor muslimischen Protesten.

Ein Münchner Verlag ist da mutiger und hat sich nun die Rechte an Sherry Jones Mohammed-Roman Aisha. Das Juwel von Medina für den deutschsprachigen Raum gesichert.

Top-Autoren wie Salman Rushdie, der auch bei Random House verlegt wird, hatte den Rückzieher des US-Verlages als „Zensur aus Angst“ kritisiert. Balsam auf die Wunden von Sherry Jones, die mehrfach betont hatte, mit ihrem Roman weder Mohammed noch seine Frau Aisha diskriminieren zu wollen. Aisha war die jüngste von Mohammeds Frauen, wurde mit ihm noch als Kind verheiratet und gilt gemeinhin als „Lieblingsfrau“ des Propheten.

„Ich will, dass mein Buch Kulturen zusammenbringt und nicht trennt“, sagte Jones. Vor diesem Buch müsse niemand geschützt werden. „Die islamische Gemeinschaft überall auf der Welt ist in der Lage, einen Dialog über Ideen zu führen. Das soll man nicht unterdrücken.“

Der Münchner Pendo Verlag wird das Buch im Oktober auf dem deutschen, österreichischen und Schweizer Buchmarkt veröffentlichen – zeitgleich mit der englischen und amerikanischen Ausgabe. Random House hatte seinen Rückzug damit begründet, dass das Buch nach Überzeugung von „glaubwürdigen und voneinander unabhängigen“ Experten die Gefühle von Muslimen verletzen und möglicherweise Gewaltakte von Fanatikern auslösen könne.

Erst kürzlich war bekannt geworden, dass Aisha in Großbritannien erscheinen soll. Ein Sprecher des Verlages Gibson Square betonte, dass es „in einer offenen Gesellschaft ungeachtet der Furcht freien Zugang zur Literatur“ geben müsse. „Ansonsten ist das ein Rückfall ins finsterste Mittelalter.“

Quelle: tz

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