Der Westparkmörder kommt frei

Gorazd B. (35)

München - Der sogenannte Westparkmörder kommt Mitte Januar auf freien Fuß: Das Oberlandesgericht München lehnte es ab, den 36-Jährigen in einer geschlossenen Anstalt unterzubringen.

Das Oberlandesgericht (OLG) München lehnte nach Angaben vom Dienstag in letzter Instanz einen Antrag ab, den 36 Jahre alten Mann nach Ablauf seiner jüngsten Haftstrafe in einer geschlossenen Anstalt unterzubringen. Die dreimonatige Strafe wegen Beleidigung einer Richterin wird der Mann am Sonntag, 15. Januar, verbüßt haben. Er soll dann in sein Heimatland Slowenien abgeschoben werden - er darf die Bundesrepublik Deutschland nicht mehr betreten. Der heute 36-Jährige hatte im Oktober 1993 im Münchner Westpark einen Jogger aus Mordlust mit zahlreichen Messerstichen getötet.

Lesen Sie auch:

Westparkmörder: Jetzt kommt er schnell raus

Dafür wurde er nach Jugendstrafrecht zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Nach verbüßter Haftzeit wurde er auf Antrag der Staatsanwaltschaft in vorläufiger Sicherungsverwahrung untergebracht. Eine Strafkammer des Münchner Landgerichts lehnte diese Maßregel jedoch nach mehrmonatigem Prozess ab. Die Staatsanwaltschaft erwirkte jedoch unverzüglich einen neuen Haftbefehl, weil der Mann während der Verhandlung eine Richterin als Hure beschimpft hatte. Für diese Beleidigung sprach das Münchner Amtsgericht eine Strafe von drei Monaten aus, die an diesem Sonntag verbüßt ist.

Der Antrag, den Mann in einer geschlossenen Anstalt unterzubringen, war vom Leiter des Münchner Gefängnisses eingereicht worden. Er hätte jedoch nur Erfolg gehabt, wenn sich der 36-Jährige in Sicherungsverwahrung befunden hätte, begründete das OLG in seiner Entscheidung. Der Mann sei aber in Strafhaft gewesen.

dpa

Auch interessant

Meistgelesen

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion