So wird das Münchner Wetter im Jahr 2050

+
Startschuss für das Projekt 2050: DWD-Experte Tobias Fuchs (l.) und Umweltreferent Joachim Lorenz.

München - Unwetter und Hitzewellen - Münchens Wetter wird in der Zukunft immer extremer. Wissenschaftler wollen die Klima-Zukunft der Landeshauptstadt entschlüsseln.

Es wird heißer in München. Und der Regen kommt seltener, dafür umso heftiger. So viel können die Forscher vom Deutschen Wetterdienst schon jetzt sagen. Tobias Fuchs, Leiter der Abteilung für Klima- und Umweltberatung, und Joachim Lorenz vom Umweltreferat der Stadt München wollen es aber genauer wissen. DWD und Stadt haben jetzt ein einzigartiges Projekt in Angriff genommen. Sechs neue Messstationen sollen einen detaillierten Blick in die Wetter-Zukunft Münchens ermöglichen.

„Wir wollen berechnen, wie sich das Klima bis 2050 in den einzelnen Stadtvierteln entwickeln wird“, sagt der Wetter-Experte. Große Sorge macht den Forschern vor allem der Wärmestau im Stadtgebiet. An heißen Tagen beträgt der Temperaturunterschied zwischen München und seinem Umland bis zu acht Grad - Tendenz steigend! Die Folge sind tropische Nächte, in denen wie im Jahrhundertsommer 2003 die Temperaturen nicht mehr fallen. Linderung verschaffen in der Stadt nur saubere und kühle Luftströme aus den Alpen.

Hier geht's zur Wettervorhersage für Ihre Region

Um diese genauer zu erforschen, will der DWD seine neuen Wetterstationen im Münchner Süden aufstellen. Auch die Veränderungen beim Regen sind schon heute zu erkennen. In Zukunft wird es in München gerade in den Sommermonaten noch weniger Niederschläge geben. Das mag für eifrige Biergarten- oder Schwimmbad-Besucher eine gute Nachricht sein. Gerade den ganz jungen und den älteren Münchnern dürfte das neue Klima aber zu schaffen machen.

Wenn es dann doch mal regnet, müssen die Münchner häufig mit extremen Ausmaßen rechnen. Ohne zusätzliche Abflussmöglichkeiten heißt es dann schnell „Land unter“ im Stadtgebiet. Niedrig gelegene Viertel wie Trudering oder Thalkirchen haben schon jetzt mit einem erhöhten Grundwasserspiegel zu kämpfen, der die Keller volllaufen lässt. „Will die Stadt keine Massenflucht ins Umland, muss sie bei aller Wohnungsnot klimaverträglich bauen“, so Lorenz. „Es wird Frischluftschneisen und Versickerungsflächen geben müssen.“ Die Stadt wird sich dann ab 2015 an den exakten  Ergebnissen des Deutschen Wetterdienstes orientieren.

Christian Gipfel

auch interessant

Meistgelesen

So soll der Express zum Flughafen doch vor 2037 gelingen
So soll der Express zum Flughafen doch vor 2037 gelingen
Das Sex-Rätsel um den Top-Manager
Das Sex-Rätsel um den Top-Manager
Tagesmutter in U-Haft hat früher wohl schon zugeschlagen
Tagesmutter in U-Haft hat früher wohl schon zugeschlagen

Kommentare