Brandl schenkt in Stuttgart aus

Ein Münchner auf dem Cannstatter Wasen

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Seit zehn Jahren auf der Cannstatter Wasen zu Hause: Peter Brandl bewirtet zusammen mit seiner Frau Manuela das Fürstenberg-Zelt.

Stuttgart - Peter Brandl träumt von der Wiesn, bewirtet aber seit zehn Jahren seine Gäste auf dem Cannstatter Wasen. Die Schwaben sind derzeit Leidensgenossen des Münchners.

Er ist Münchner, betreibt ein Bierzelt, das 4200 Gäste fasst. Aber auf der gerade zu Ende gegangenen Wiesn hat man ihn vergeblich gesucht. Peter Brandl (60) schenkt gut 200 Kilometer nordwestlich aus, auf dem Cannstatter Wasen in Stuttgart, immerhin das zweitgrößte Volksfest der Welt. Dort kann er in diesen Tagen auf gleich drei Jubiläen anstoßen: Auf das 90-jährige Bestehen von „Brandls Festzeltbetriebe“, auf seine jetzt 30 Jahre im Beruf und auf zehn Jahre Festwirt im Fürstenberg-Zelt auf dem Wasen.

Hält das Schwaben-Volksfest mit dem Oktoberfest stand? „Also verstecken brauchen wir uns hinter der Wiesn nicht mehr“, sagt Brandl. „Am ersten Wochenende waren wir ausreserviert, und der gesamte Wasen verzeichnete etwa eine Million Besucher. Das war schon toll.“

Getrübt wird die Gaudi nur durch die permanenten Misserfolge des VfB Stuttgart. Brandl: „Sowas dämpft die Stimmung natürlich, und der Schwabe muss derzeit genauso leidensfähig sein wie der Löwen-Fan. Ich weiß wovon ich rede, weil ich ja auch ein Sechzger-Anhänger bin.“

"Oktoberfest ist mein Traum"

So gut es Brandl in Stuttgart mittlerweile gefällt („Die Anfänge waren schwer, weil ich ja niemanden kannte“), so gern würde er künftig mal auf der Theresienwiese in einem Zelt Hausherr sein: „Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, dass das für mich kein Highlight wäre. Ich bewerbe mich auch jedes Jahr für das Oktoberfest und werde das auch weiterhin tun. Denn eins weiß ich: Ich könnte Oktoberfest, und es ist mein Traum.“

Nur auf eins müsste Brandl dann verzichten: Dass in seinem Zelt auch Wein ausgeschenkt wird. In Stuttgart muss das sein. Auch auf dem Wasen kann der Schwabe nämlich nicht auf sein Viertele verzichten. In München gibt’s außer im Weinzelt der Kufflers in den Zelten nur Gerstensaft.

tz

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