Unterschiedliche Sichtweisen

Münchner Gastronomen bei gelockerten Corona-Regeln gespalten – „...das finde ich schade“

Nahaufnahme: Eine Bedienung zapft Bier in einem Wirtshaus in Altenau in Bayern.
+
„2G“ oder „3G-Plus“: Die Meinungen der Wirte gehen auseinander.

Das bayerische Kabinett hat die Corona-Regeln weiter gelockert. Wer freiwillig 2G oder 3G-Plus macht, hat mehr Freiheiten. Das findet nicht jeder gut.

München – In der Gastronomie werden die neuen Corona*-Regelungen ganz unterschiedlich aufgenommen. „Die Änderungen sorgen für viele zusätzliche Freiheiten für Gäste wie Unternehmer, sie schaffen ein deutliches Mehr an Normalität“, sagt einerseits Angela Inselkammer, Präsidentin des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga Bayern. Thomas Geppert, Landesgeschäftsführer der Dehoga, ergänzt: „Ich finde es gut, dass es eine freiwillige Option ist.“

Gregor Lemke, Sprecher der Münchner Innenstadtwirte, sieht andererseits auch Nachteile. „3G-Plus zum Beispiel hat für mich auch Tücken“, sagt er. Da Ungeimpfte, die mehr Geld haben, sich das öfter leisten könnten, als jemand, der es nicht habe. „Das führt zu einem Spalt in der Gesellschaft, das finde ich schade“, bemerkt Lemke. Grundsätzlich finde er alles gut, was für die Menschen leicht umzusetzen sei.

Corona-Lockerungen in München: Dehoga startet Umfrage unter den Wirten

Eine Tendenz, welche Regel in München* demnächst vermehrt vorkommen wird, gibt es noch nicht. Der Dehoga möchte eine Umfrage machen. „Das war noch kein Thema“, sagt Lemke. „Jeder Unternehmer ist seines Glückes Schmied.“ Die Innenstadtwirte sind jetzt erstmal froh, die Wirtshaus-Wiesn gut rumgebracht zu haben. Der Sprecher betont: „Da hat übrigens auch mit 3G alles gut funktioniert – mir ist zumindest nichts anderes zu Ohren gekommen.“

Zudem müsse erst die Verordnung abgewartet werden, schränkt Geppert ein. Er geht davon aus, dass das Hygienekonzept wie für Discos gilt. „Eine Frage wird dann sein, welche Bedingungen für Mitarbeiter gelten“, sagt der Landesgeschäftsführer. Ob man die Maske* auf den Verkehrsflächen tragen muss oder nicht, sieht er für die Wirte nicht als entscheidendes Kriterium.

Damit die Menschen in Zukunft auch die wiedergewonnenen Freiheiten genießen können, ist für Angela Inselkammer ein streng kontrollierter Zugang eine Voraussetzung. „Hier gilt mein Appell an alle, die Regeln ernst zu nehmen und bei etwaigen Wartezeiten am Einlass Geduld zu beweisen“, fordert sie. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Auch interessant

Kommentare