Dubiose Werbebriefe an Mieter verschickt

Münchnerin ärgert sich über Vodafones miese TV-Masche 

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Im Haus von ­Maximiliana Schürrle ­kursieren derzeit die Vodafone-Briefe.

München - Mit fragwürdigen Briefen versucht Vodafone, aus der Abschaltung des Antennenfernsehens DVB-T Kapital zu schlagen. Auch im Wohnhaus von Maximiliana Schürrle (57) an der Tengstraße (Schwabing) sind die – amtlich aussehenden – Werbeschreiben im Briefkasten gelandet. Vorsicht.

Sie suggerieren dem Empfänger, umgehend handeln und umsteigen zu müssen – natürlich auf einen TV-Kabelanschluss von Vodafone. Das Anschreiben, das der tz vorliegt, ist dreist: Es geht los beim mattrosafarbenen Umschlag, der an einen Behördenbrief erinnert – und verhindert, dass der Brief gleich in der Mülltonne landet. Innen dann der Pseudo-Stempelaufdruck „Wiederholter Zustellversuch“, wie ihn optisch ähnlich die Post benutzt. Er gaukelt dem Empfänger die immense Wichtigkeit des Briefs vor. Dass dieser von Vodafone stammt, erkennt man erst auf den zweiten Blick – im Anschriftenfeld in winziger Schrift und am Briefende. 

Im Schreiben heißt es, mit der „Abschaltung des analogen Fernsehdienstes DVB-T“ seien „immer mehr Haushalte auf eine neue TV-Versorgung angewiesen“. Das ist fachlich falsch. Schon das bisherige Antennenfernsehen DVB-T ist digital. Nur wer sein TV bisher per Antenne empfängt, muss handeln – und kann etwa auf Kabel umsteigen, für das es laut Vodafone derzeit „besonders günstige Angebote“ gebe. Wer schon Kabel, Sat oder Internet-TV nutzt, für den ändert sich am 29. März gar nichts. Im Schreiben wird aber zur Eile gemahnt: „Melden Sie sich dazu bitte bis spätestens 28.02.2017 telefonisch bei uns.“ Die Verbraucherzentrale Bayern ist alarmiert – und warnt schon vor einer ganz ähnlichen Postkarte, für die Vodafone gerügt worden ist. 

Die Angeschriebenen würden „unter Druck gesetzt, unbedingt innerhalb der Frist anzurufen“, heißt es hier. Die Verbraucherzentrale Hamburg erklärt, bei dem aktuellen Schreiben handle es sich um „irreführende Werbung“. Bei Vodafone heißt es auf Anfrage, die Auslieferung des Werbebriefes sei „bereits in der vergangenen Woche gestoppt“ worden. Warum, das beantwortet Konzernsprecher Volker Petendorf nicht. Der erste Testlauf habe nur „eine verschwindend geringe Anzahl von Haushalten“ betroffen. Das Werbemittel werde „überarbeitet“. So werde etwa der aufgedruckte Stempel „nicht mehr eingesetzt“. Will heißen: Ähnliche Post aus dem Hause Vodafone dürften bald weitere Haushalte bekommen.

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