Jetzt fängt unser neues Leben an!

Münchner Schwestern glücklich: Transplantation erfolgreich

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Renate Wolf (62, l.) und Ulrike Dönitz (68) strahlen: Die Operation ist super gelaufen.

München - Eine Münchnerin spendete ihrer kranken Schwester eine Niere. Die Transplantation ist geglückt, für die beiden damen beginnt ab sofort ein neues Leben.

Genüsslich isst Renate Wolf ihren Obstsalat. Für die Münchnerin ist das ein Festmahl, denn drei Jahre lang durfte die nierenkranke 62-Jährige kaum Obst und Gemüse essen. Dreimal pro Woche musste sie zur Dialyse - bis sich ihre Schwester Ulrike Dönitz (68) entschied, eine Niere zu spenden (tz berichtete).

Die Schwestern haben sich jetzt bei der tz gemeldet, um das Happy End zu verkünden. Die Transplantation ist zwei Wochen her. „Und ich fühle mich bereits jetzt wie ein neuer Mensch“, sagt die Empfängerin. „Ich bin so dankbar.“ Schon während der Operation im offenen Bauch hatte die neue Niere angefangen zu arbeiten. Kurz darauf hatte Renate Wolf wieder gute Werte. Auch um ihre Schwester muss sie sich nicht sorgen, die hat alles prima  weggesteckt: „Ich hatte mich entschieden, also hatte ich keine Angst“, sagt Ulrike Dönitz. Es gab eine Spritze, innerhalb von Sekunden war die Spenderin weggeschlummert. „Vier Stunden darauf bin ich aufgewacht - und alles war vorüber.“

Für beide Schwestern beginnt ein neues Leben

Anfangs hatte sie leichte Schmerzen im Bauchraum und an der elf Zentimeter langen Narbe. „Aber die Ärzte und Schwestern im Großhaderner Transplantationszentrum haben sich sofort bemüht, mir mit einer Schmerzpumpe zu helfen.“ Lachend fügt sie hinzu: „Allzu schlecht ging’s mir aber nie. Ich war am Tag nach dem Eingriff schon so fit, dass ich mich bei den Angestellten wegen der Klimaanlage beschweren konnte.“ Nach sieben Tagen konnte die große Schwester wieder heim, vier Tage später auch die Nieren-Empfängerin. Ulrike Dönitz hat ihre Schwester gerettet - sie wollte das beschwerliche Leben ihrer kleinen Schwester nicht länger mitansehen.

Jetzt beginnt für beide ein neues Leben. 18 Stunden mehr pro Woche hat Renate Wolf nun Zeit für sich, weil die Dialyse wegfällt. „Wenn ich sehe, wie gut es ihr jetzt geht, sind die unangenehmen ersten Tage nach der OP völlig vergessen“, sagt die Schwester. „Ich wünschte, potenzielle Spender könnten sehen, wie viel Lebensfreude sie schenken können - dann würde ihnen die Entscheidung leichter fallen.“ Nach der Reha erfüllt sich die Empfängerin einen Traum: Sie wird nach langer Zeit mal wieder zu den Verwandten nach Italien fahren. Diese hatten vor und während der Transplantation für die beiden Schwestern gebetet, dass alles gutgeht.

Nina Bautz

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