Münchnerin überführt Automaten-Betrüger

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Am Frauenplatz hatten Betrüger diesen Geldautomaten manipuliert

München - Claudia T. (26) entdeckte einen manipulierten Geldautomaten und schlug Alarm. Später wurden zwei Männer festgenommen. Wie Sie sich vor den Betrüger-Tricks schützen, lesen Sie hier.

Die Münchner Verkäuferin Claudia T. (26) gehört zu jenen Menschen, die stets hellwach durchs Leben gehen. Ihrer Aufmerksamkeit verdankt das Bayerische Landeskriminalamt die Festnahme zweier EC-Karten-Betrüger, die einen Geldautomaten der Münchner Bank im Herzen der Stadt mit Aufsatzgeräten manipuliert hatten. Ihr Ziel: Das Ausspähen von Kontodaten inklusive Geheimnummer (PIN), mit denen später vom Ausland aus die Konten der Ahnungslosen geplündert werden. Das jedoch macht man nicht mit Claudia!

Sie wollte am 2. Februar um 11 Uhr vor der Arbeit ihren Kontostand checken. Dafür suchte sie den Bankomaten der Münchner Bank in der Augustinerstraße/ Ecke Kaufinger Straße am Frauenplatz gleich neben dem Polizeipräsidium auf. Der steht wegen der Bauarbeiten im Container. „Ich habe EC-Karte und PIN eingegeben und das Konto kontrolliert. Alles ganz normal. Aber beim Rausziehen der Karte fiel mir auf, dass der Schlitz total zerkratzt war und irgendwie auch viel zu weit hervorstand.“

In einem Fernsehmagazin hatte Claudia T. kürzlich Präventionstipps der Polizei gesehen, die genau vor diesen Tricks gewarnt hatten: „Da war’s mir plötzlich klar. Das war kein normaler Bankomat. Das war ein nachträglich aufgesetztes Lesegerät!“ Über die im Display angegebene Hotline teilte Claudia T. der Zentrale der Münchner Bank ihren Verdacht mit. Zudem verständigte sie ihre Filialbank in Großhadern. Ihr Konto wurde vorsichtshalber gesperrt, der Bankomat abgestellt und die Polizei verständigt. Das bekam Claudia T. schon nicht mehr mit: „Ich musste arbeiten.“ Drei Tage später ging sie zur ihrer Bankfiliale. Da kam ihr der Filialleiter schon entgegen und gratulierte: „Sie haben völlig Recht gehabt!“

Gleich nach dem Anruf der Bank hatten Zivilbeamte den manipulierten Bankomaten kontrolliert und das für diese Fälle zuständige Landeskriminalamt informiert. Um 18 Uhr gelang den Fahndern am Frauenplatz die Festnahme zweier Rumänen (beide 20 Jahre alt), die sich heftig wehrten. Sie sitzen nun in U-Haft und müssen mit einer Haftstrafe von bis zu fünf Jahren rechnen. Denn die Fälschung von Zahlungskarten ist ein Verbrechens­tatbestand.

Dorita Plange

So schützen Sie sich vor den Tricks

Kaum zu erkennen: Hier hat ein Gauner ein Lesegerät aufgesteckt

Täglich werden in Deutschland drei Geldautomaten manipuliert: Im vergangenen Jahr verzeichnete das Bundesamt für Statistik 1927 Angriffe auf 1073 Geldautomaten. Schaden: 20 Millionen Euro. Nach dem aktuellen Vorfall lässt die Münchner Bank nun die beiden Container-Bankomaten am Frauenplatz und in der Augustiner straße live per Videokamera überwachen und gibt Präventions-Tipps:
- Lassen Sie sich nie beobachten. Das gilt auch beim Zahlen mit Karte und PIN.
- Verdecken Sie die Tastatatur bei der PIN-Eingabe.
- Überprüfen Sie den Geldautomaten: Misstrauen ist angebracht bei Spuren von Klebstoff oder verzögertem Karteneinzug. Achten Sie auf mögliche Aufsatzgeräte. Der Karteneinschub muss bündig mit der Gerätefront sein!

Übliche Geldautomatentastatur

- Vorsicht vor Spion-Kameras in den Aufsätzen des Geldautomaten. Betrüger installieren sie häufig in angebauten Lichtleisten.
- Wenn Sie denselben Geldautomaten öfter benutzen: Achten Sie auf Veränderungen. Betrüger bauen Spionkameras auch in Rauchmelder-Attrappen oder Prospektkästen ein.

Nicht bündig: Der Spion-Aufsatz

- Lassen Sie sich beim Zahlen oder am Bankomaten niemals in ein Gespräch mit Fremden verwickeln. Es gab schon Betrüger, die an der Tür zum Vorraum des Geldautomaten die PIN abfragten. Hier gilt äußerste Vorsicht! Ihre PIN ist Ihre Geheimsache und wird ausschließlich vom Bankomaten angefordert.
- Kontrollieren Sie wöchentlich Ihre Kontoaus­züge. So bemerken Sie unberechtigte Abbuchungen rechtzeitig und können sie rückgängig machen.

kup.

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