Rettung nach 18 Stunden

Münchnerin überlebt Gletscher-Sturz

München - 18 Stunden hat eine 34-Jährige in Neuseeland schwer verletzt in einer Gletscherspalte ausgeharrt. Dann wurde sie gerettet.

Vorne leuchtete schon das Nährgebiet, der Anfang des Gletschers. Es waren vielleicht noch 100 Meter dorthin. Krankeschwester Sabine H. (34) aus München und ihr Partner Helmut L. (55) freuten sich auf das Glück, ganz oben zu stehen auf dem atemberaubenden Fox-Gletscher in Neuseeland. Doch dann, gegen 13.30 Uhr, passierte es: H. stolperte, fiel. L. sah noch, wie sie den Gletscher hinabrutschte und dann verschwand. H. war in eine Gletscherspalte gefallen.

Dass sie nach einer 18 Stunden dauernden, dramatischen Rettungsaktion noch lebt, verdankt sie ihrer eigenen Fitness, der schnellen Hilfe, guter Ausrüstung und auch ein klein wenig dem Glück. Denn in die Spalte befand sich ein kleiner Felsvorsprung: Darauf kam die Bergsportlerin nach einem Zehn-Meter-Sturz zum Liegen. „Sie hat ein Riesenglück gehabt“, sagte später der Leiter des Rettungsteams, Marius Bron, zu Reportern.

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Bei dem Sturz auf über 2800 Metern Höhe hatte sich die Münchnerin einen offenen Bruch des Handgelenks und einen Beinbruch zugezogen. Der erste und wichtigste Helfer, der kam, war ihr Begleiter Helmut. Der ist Arzt. Ihm gelang es, sich zu Sabine H. abzuseilen. Unten sicherte er die Freundin, packte sie in den Biwaksack, schiente den Arm, gab ihr Schmerzmittel. Dann musste er eine weitere Stunde zur Pioneer-Hütte wandern, um von dort aus Alarm zu schlagen. Da war es 15.30 Uhr.

Ein Hubschrauber hob ab, mit drei Freiwilligen der Bergwacht. Sie erreichten den Gipfel am Abend, dichter Nebel hüllte den Gletscher in Grau. Keine Chance für Marius Bron und seine Spezl Jonathan und Richard, die Verletzte mit dem Helikopterseil zu bergen. Stattdessen seilten sie sich zu H. ab. „Sie war sehr unterkühlt und hat unter großen Schmerzen gelitten, doch sie war unglaublich stark“, berichteten die Helfer.

Die hatten ein Zelt nach unten gebracht, Kleidung, heißen Tee. So konnten sie in der eisigen Nacht überleben. Als der Morgen kam, holte der Hubschrauber die vier nacheinander aus der Spalte. H. kam nach Christchurch in die Klinik, wo sie sich nun erholt.

mc

Rubriklistenbild: © dpa

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