Zum Skifahren im Zillertal - schwer verletzt

Münchnerinnen von Terrasse gestürzt

Zillertal - Vier Mädchen aus dem Raum München sind in ihrer Unterkunft im Zillertal von einer Terrasse drei Meter in die Tiefe gestürzt. Sie wurden zum Teil sehr schwer verletzt.

Die jungen Nachwuchs-Hoffnungen für den deutschen Ski-Sport waren am vergangenen Wochenende auf einem Trainingslager im Zillertal. Bei einer Besprechung lehnten sich vier Mädchen gegen eine Brüstung – und stürzten drei Meter in die Tiefe. Zwei von ihnen sind schwer verletzt.

Es sollte der entspannte Teil des Tages werden, doch dann passiert das, womit wirklich niemand rechnen konnte.

14 Mädchen des Münchner Skiverbandes, alle um die 13 Jahre alt, sind am vergangenen Wochenende auf Trainingslager in Finkenberg im Zillertal. Sie sind die großen Nachwuchs-Hoffnungen des Sportes, sollen irgendwann in die Ski-Nationalmannschaft. Am Samstagvormittag wedeln die jungen Sportlerinnen über den Hintertuxer Gletscher, danach steht die Teambesprechung an. Sie treffen sich um 15 Uhr mit ihrer Trainerin auf der Terrasse ihrer Pension und setzen sich in einem Kreis zusammen. Nur vier Mädchen, eines vom Skiclub Starnberg, eines vom WSV Glonn (Landkreis Ebersberg) und zwei aus München, bleiben stehen und lehnen sich lässig an einen Zaun. Plötzlich kracht das Holz, die Mädchen stürzen drei Meter in die Tiefe auf einen Steinweg. Zwei schlagen mit dem Kopf auf und verletzen sich schwer.

Trainerin Yvonne Schnock, selbst ehemalige Weltcupläuferin, ist gestern immer noch völlig fassungslos. Die 28-Jährige lief nach dem Unglück sofort zu ihren Schützlingen, traute sich aber trotz guter Erste-Hilfe-Kenntnisse kaum, die Verletzten anzufassen. „Mir war klar, dass sie Verletzungen am Kopf haben. Das hat man gesehen“, sagt sie. Eines der Mädchen fiel auf das andere, das untere bekam kaum noch Luft, erzählt Schnock. Deswegen habe sie das obere Mädchen vorsichtig heruntergerollt. „Mehr wollte ich sie aber nicht bewegen“, sagt Schnock. Die anderen Jugendlichen verständigten derweil die Rettungskräfte. Sanitäter und ein Notarzt aus dem nahen Mayrhofen kamen an die Unfallstelle.

Trainerin Schnock ist sauer: „Die haben eineinhalb Stunden darüber diskutiert, ob sie einen Hubschrauber rufen.“ Dabei sei das sogar ihr als Laie klar gewesen, dass die Mädchen auf keinem anderen Weg gerettet werden konnten. Schließlich landete dann doch der Hubschrauber. Eines der schwerverletzten Mädchen kam ins Innsbrucker Krankenhaus, eines nach Rosenheim. Es liegt seither im künstlichen Koma. Die beiden anderen wurden ebenfalls ins Krankenhaus gebracht. Sie hatten sich aber im Sturz wohl noch so drehen können, dass sie auf Rasen landeten und leichtere Verletzungen erlitten. Sie durften inzwischen nach Hause.

Entsetzen über den Vorfall herrscht auch beim Münchner Skiverband. „Dass auf der Piste was passiert, damit rechnet man, aber sowas“, sagt gestern der erste Vorsitzende Axel Müller. Die Organisatoren hätten sich so über die Unterkunft gefreut, weil sie günstig ist und ideal, um am Gletscher zu trainieren. Völlig geschockt war auch die Vermieterin. Sie erlitt nach dem Unglück einen Kreislaufzusammenbruch.

Kathrin Garbe

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