Mehrere Notaufnahmen in Bayern dicht

Das müssen Münchner jetzt über die Grippe wissen

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Viele Klinikärzte in Bayern sind durch die Grippe-Saison am Limit

Die Zahl der Grippe-Fälle in Bayern ist so hoch wie seit Jahren nicht mehr - das trifft auch die Krankenhäuser. Wie steht es um Münchner Notaufnahmen?

Die Grippe-Welle hat München fest in der Hand. In den ersten vier Wochen des Jahres sind dem Referat für Gesundheit und Umwelt bereits 1500 Fälle von Influenza gemeldet worden. Teilweise ist die Situation sogar dermaßen angespannt, dass die Notaufnahmen mehrerer Kliniken in Nürnberg und München momentan überlastet sind, wie die tz berichtete.

Schwerstverletzte, werden natürlich trotzdem in der nächstgelegenen Klinik versorgt, sagt Roland Dollmeier, Geschäftsleiter des Rettungszweckverbands. „Die Notfallversorgung“, sagt er, „ist gewährleistet“. 

Das vom Rettungszweckverband München betriebene Portal Ivena E-Health, das die Integrierte Leitstelle für den Einsatz aller Rettungswagen nutzt, zeigt alle paar Minuten die tatsächliche Situation: Etwas über die Hälfte der aufgelisteten 18 Münchner Kliniken haben etwa am Mittwoch, 8.2.16 gegen 10 Uhr keine Kapazitäten für die Notfallversorgung mehr. „Doch das ist ja nur eine Momentaufnahme, weil das bedeutet, dass in diesem Zeitraum die Schockräume belegt sind. In einer Stunde kann es da schon ganz anders aussehen“, sagt Dollmeier. Vor allem im Klinikum Bogenhausen und dem Krankenhaus Rechts der Isar wird es der aktuellen Statistik nach eng. Doch woran liegt das?

Grippe-Patienten gehören in 80 Prozent der Fälle erst zum Hausarzt 

„Grippe ist nicht gleich Grippe“, weiß Roland Dollmeier. „In der Hoffnung auf eine schnellere Behandlung gehen viele Menschen gleich in die Notaufnahmen, die dann natürlich bald an ihr Limit kommen - das ist falsch. Im Januar ist immer mehr los, aber wenn die Patienten ein wenig ehrlicher zu sich selbst wären, gäb es diese Engpässe gar nicht“, sagt Dollmeier. Das besondere an dieser Saison ist die Frequenz und die Häufigkeit der Fälle. Wie lange die Influenza-Welle noch dauert, weiß niemand.

Was tun bei welcher Art der Grippe?

Bei „normaler“ Grippe kann nämlich auch das Krankenhaus kaum helfen. Das Schlimmste wird nach ungefähr einer Woche überstanden sein und kann währenddessen mit Hausmitteln wie Bettruhe, Hühnersuppe, Tee und Wadenwickeln gelindert werden.

Jeder, der sich krank fühlt und ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf hat, also ältere Menschen oder Personen mit chronischen Vorerkrankungen, sollte zuerst einen Hausarzt um Rat bitten. Das in München gerade besonders stark zirkulierende Influenza-AH3N2-Virus ist besonders dafür bekannt, dass es gerade bei älteren Menschen schnell zu lebensbedrohlichen Situationen, wie schweren Lungenentzündungen, führen kann. Jedes Jahr sterben in Deutschland 300 Patienten an Influenza. 31 Todesfälle wurden bisher nach Angaben des Robert-Koch-Instituts in der Grippesaison 2017 labordiagnostisch bestätigt.

münchen.tv-Video: Grippewelle legt Münchner lahm

Hohe Patientenzahlen und eine Isolierung der Grippe-Fälle macht die Lage schwer

Dass die Kliniken in Bogenhausen oder Rechts der Isar aktuell so eine starke Belastung haben, hat mehrere Gründe. „Jeder Influenza-Patient wird isoliert behandelt", erklärt der Leiter der medizinischen Notaufnahme des Klinikums der Ludwig-Maximilians-Universität, Markus Wörnle. „Es muss also das zweite Bett gesperrt werden. Dann fallen gleich mal 50 Prozent der Behandlungskapazität weg."

Krankenschwestern müssten zur Hygiene extra einen Schutzkittel anziehen und eine Maske aufsetzen. Diese Sicherheitsvorkehrungen sind schon beim bloßen Verdacht auf Grippe nötig. Steigende Patientenzahlen und dass eigene Mitarbeiter auch krank werden, schraubt die aktuellen Belastung noch höher.

Prävention durch Impfung und Hygiene

In den vergangenen Wochen gab es deswegen immer wieder Zwangsbelegungen, Menschen, die stundenlang auf Fluren in ihren Betten lagen und gestresste Krankenschwestern, wie tz berichtete. Notfälle müssen trotzdem irgendwo behandelt werden und wenn volle Notaufnahmen angefahren werden, steigert das den Stress. Experten raten deswegen schon vorab, sich mit der Grippe-Impfung zu schützen. Doch der Wirkstoff hat auch noch Schwachstellen. Es bleibt den Münchnern also vorerst nur, sich regelmäßig die Hände zu waschen und sich mit den Händen möglichst nicht an Nase und Mund zu fassen, wenn man in Bussen oder U-Bahn, Einkaufszentren oder im Büro, in Kontakt gekommen sein könnte.

Grippewelle 2017: Ende zeichnet sich langsam ab

So läuft die Grippewelle 2016/2017.
40. Woche 2016: Die Influenza-Aktivität ist noch schwach. Jede Woche in der Grippe-Saison stellt die Arbeitsgemeinschaft Influenza eine Zusammenfassung über die aktuelle Lage ins Netz. © Robert Koch-Institut.
So läuft die Grippewelle 2016/2017.
41. Woche 2016. © Robert Koch-Institut.
So läuft die Grippewelle 2016/2017.
42. Woche 2016. © Robert Koch-Institut.
So läuft die Grippewelle 2016/2017.
43. Woche 2016. © Robert Koch-Institut.
So läuft die Grippewelle 2016/2017.
44. Woche 2016. © Robert Koch-Institut.
So läuft die Grippewelle 2016/2017.
45. Woche 2016.  © Robert Koch-Institut.
So läuft die Grippewelle 2016/2017.
46. Woche 2016. © Robert Koch-Institut.
So läuft die Grippewelle 2016/2017.
47. Woche 2016. © Robert Koch-Institut.
So läuft die Grippewelle 2016/2017.
48. Woche 2016. © Robert Koch-Institut.
So läuft die Grippewelle 2016/2017.
49. Woche 2016. Bislang bestätigte sind 275 labordiagnostisch Influenzafälle an das RKI übermittelt (Datenstand: 13.12.2016) worden. © Robert Koch-Institut.
Grippe Aktivität in der 50. Woche.
50. Woche 2016: Im Vergleich zur Vorwoche ist die Aktivität der akuten Atemwegserkrankungen (ARE) gestiegen. © Robert Koch-Institut.
Die Grippewelle der Saison 2016/17 hat nach Definition der AGI in der 51. KW 2016 begonnen.
51. Woche 2016: Die Grippewelle der Saison 2016/17 hat nach Definition der AGI in der 51. KW 2016 begonnen. © RKI
52. Woche 2016. Grippeaktivität Influenza 2016/2017
52. Woche 2016.: Für die 51. und 52. Meldewoche 2016 wurden nach Infektionsschutzgesetz (IfSG) bislang 2.601 labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle an das RKI übermittelt (Datenstand 03.01.2017), teilt die Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) mit. © RKI
Grippe: 01. Woche 2017
01. Woche 2017: Für die 1. Meldewoche 2017 wurden nach Infektionsschutzgesetz (IfSG) bislang 2.039 labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle an das RKI übermittelt (Datenstand 10.01.2017). © RKI
Grippewelle: 02. Woche 2017
Für die 2. Meldewoche 2017 wurden nach Infektionsschutzgesetz (IfSG) bislang 3.742 labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle an das RKI übermittelt (Datenstand 17.01.2017). © RKI
Für die 3. Meldewoche 2017 wurden nach Infektionsschutzgesetz (IfSG) bislang 5.696 labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle an das RKI übermittelt (Datenstand 24.01.2017).
Für die 3. Meldewoche 2017 wurden nach Infektionsschutzgesetz (IfSG) bislang 5.696 labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle an das RKI übermittelt (Datenstand 24.01.2017). © Arbeitsgemeinschaft Influenza
Die Grippewelle in Deutschland: Für die 4. Meldewoche 2017 wurden bislang 9.422 labordiagnostisch bestätigte Influenzainfektionen an das RKI übermittelt.
Die Grippewelle 2017 in Deutschland: Für die 4. Meldewoche 2017 wurden bislang 9.422 labordiagnostisch bestätigte Influenzainfektionen an das RKI übermittelt. © AGI/RKI
Grippewelle 2017: Aktivität in der 05. Woche 2017
05. Woche 2017: Bislang wurden in der fünften Meldewoche 14.242 Influenzainfektionen bestätigt. Die Zahl der Grippefälle in dieser Saison steigt damit auf insgesamt 43.288 (Datenstand: 7. Februar. 2017). © AGI/RKI
Grippewelle 2017 in Deutschland: Die linke Karte zeigt die Influenza-Aktivität in der 3. Meldewoche 2017. Rechts zeigt die Lage zu Beginn der Grippesaison im Oktober 2016 (40. Kalenderwoche).
Grippewelle 2017 in Deutschland: Die linke Karte zeigt die Influenza-Aktivität in der 3. Meldewoche 2017. Rechts zeigt die Lage zu Beginn der Grippesaison im Oktober 2016 (40. Kalenderwoche). © AGI/RKI
Grippewelle 2017: Aktivität in der 06. Woche 2017
Flaut die Grippewelle 2017 ab? Ein Blick auf die Karte zeigt es. Die Zahl der Influenza-Fälle ist auf 62.773 gestiegen (Datenstand: 15. Februar 2017). © AGI/RKI
Die Grippewelle 2017 flaut langsam ab. In der siebten Meldewoche 2017 sind 14.900 bestätigte Influenza-Fälle gemeldet worden. 
Die Grippewelle 2017 flaut langsam ab. In der siebten Meldewoche 2017 sind 14.900 bestätigte Influenza-Fälle gemeldet worden.  © RKI
Karte in der 8. Meldewoche der Grippewelle 2017
Noch hält die Grippewelle an, doch die Influenzafälle nehmen weiter ab. In der achten Meldewoche wurden bislang 12.187 Grippe-Fälle an das RKI übermittelt (Datenstand 28.02.2017). © RKI/AGI
Grippewelle 2017: Die Karte in der 9. Meldewoche zeigt weniger Influenza-Fälle.
Die Influenza-Fälle nehmen langsam ab, wie die Karte in der 9. Meldewoche der Grippewelle 2017 (25.02. bis 03.03.2017) zeigt. © Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI)/ RKI
Grippe: Aktuelle Aktivität der Grippewelle 2017 in der 10. Meldewoche
Die Grippewelle 2017 ebbt ab. In der 10. Meldewoche wurden bislang 3.623 Grippe-Fälle labordiagnostisch bestätigt.  © Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI)/ RKI
Noch hält die Grippewelle 2017 an, doch die Zahl der Grippe-Fälle ist weiter gesunken. In der 11. Meldewoche 2017 wurden bislang 1766 Influenzafälle bestätigt.
Noch hält die Grippewelle 2017 an, doch die Zahl der Grippe-Fälle ist weiter gesunken. In der 11. Meldewoche 2017 wurden bislang 1766 Influenzafälle bestätigt. © RKI
Für die 12. Meldewoche (MW) 2017 wurden nach Infektionsschutzgesetz (IfSG) bislang 1.084 labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle an das Robert Koch-Institut (RKI) übermittelt (Datenstand 28.03.2017).
Für die 12. Meldewoche (MW) 2017 wurden nach Infektionsschutzgesetz (IfSG) bislang 1.084 labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle an das Robert Koch-Institut (RKI) übermittelt (Datenstand 28.03.2017). © RKI

jl/Video: snacktv

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