Behörde warnt vor leichtfertigem Umgang

Mumps! Krankheit breitet sich rasend schnell in München aus

München - Dicker Hals, Fieber, Ohrenschmerzen: Was sich wie eine Grippe anfühlt, könnte Mumps sein. In München verbreitet sich die Krankheit derzeit besorgniserregend schnell.

In manchen Fällen kann die eigentlich relativ harmlose Krankheit – zumindest im Vergleich etwa zu Masern – zu einer Hirnhautentzündung oder Unfruchtbarkeit bei Männern kommen. Wie für Masern gilt auch bei Mumps: Die Krankheit ist hochansteckend und verbreitet sich derzeit in München besorgniserregend schnell!

„Ärzte haben uns in den letzten drei Tagen einige Fälle täglich gemeldet. Doch es fängt gerade erst an – da kommt womöglich ein Mumps-Ausbruch auf uns zu“, sagt Alois Maders­pacher vom Referat für Gesundheit und Umwelt.

Deshalb warnt die Behörde davor, mit den grippeähnlichen Mumps-Symptomen leichtfertig umzugehen. Infizierte – die Übertragung läuft über Tröpfchen – sind schon bis zu sieben Tage vor der spürbaren Erkrankung ansteckend. Wer nicht geimpft ist und Kontakt mit einem Erkrankten hatte, soll bis zum Ablauf der Inkubationszeit von 18 Tagen zu Hause bleiben oder zumindest Kontakt mit Säuglinge, Schwangeren und Immunschwachen meiden.

Vor der Erkrankung schützt einzig die Impfung. Die aber vergessen gerade junge Leute oder sind nachlässig mit der zweiten Impfung. „Auch fünf Tage nach Kontakt mit einem Erkrankten ist Impfen noch sinnvoll. Aber jeder sollte seinen Impfschutz überprüfen“, appelliert Maderspacher.

Derzeit sind übrigens nur 90 Prozent der Sechstklässler gegen Mumps geimpft. Um eine Gruppenimmunität zu haben, in der keine Seuchen ausbrechen kann und auch jene Menschen, die sich nicht impfen lassen können, geschützt sind, braucht es 95 Prozent.

Masern, Mumps und Röteln

Mumps wird normalerweise gemeinsam mit Masern und Röteln geimpft. Diese Kombination trägt den NamenMMR-Impfung und ist generell gut verträglich. 

  • Besonders die zweite Impfung ist für einen sicheren und kompletten Impfschutz nötig.

Bei Erwachsenen, die nach 1970 geboren worden sind, kann eine Auffrischimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln empfehlenswert sein – nämlich dann, wenn sie bislang noch keine zwei Impfungen erhalten haben.

Medizin kurios: Bei diesen Patienten staunt sogar der Arzt

Die Ärztin und Journalistin Martina Frei hat sich in ihrem Buch "Das Mädchen mit den zwei Blutgruppen" unglaublichen Fallgeschichten aus der Medizin gewidmet. Eine kleine Auswahl der kuriosesten Krankheiten und Heilungen finden Sie hier. © dpa
Achterbahnfahren kuriert Schwindel und Übelkeit - zumindest im Fall eines 42-jährigen Wissenschaftlers. Nach einer Fahrt mit der "Oachkatzelbahn" im Wolfratshausener "Märchenwald" war er beschwerdefrei. Die Beschleunigungskräfte hatten kleine, abgerissene Kristalle, die auf seinen Rezeptoren im Innenohr saßen und für die Gleichgewichtsstörung verantwortlich waren, irgendwohin gewirbelt, wo sie nicht mehr störten. © dpa
Einem Engländer ging das gekläffe seines Hundes derart auf die Nerven, dass er einen Pantoffel nach ihm warf. Doch statt den Hund traf er seine Frau am Auge. Die 86-Jährige, die am grauen Star litt, konnte plötzlich wieder gut sehen. Der Schuh hatte ihre getrübte Augenlinse aus der Sehachse befördert. © dpa
Eines Morgens meldete sich eine aufgebrachte 18-Jährige in einer Klinik - sie war völlig blau angelaufen. Die Ärzte sahen darin ein Symptom für akuten Sauerstoffmangel. Ein alkoholgetränkter Tupfer löste schließlich das Problem: Bei der jungen Kanadierin hatte über Nacht die neue blaue Bettwäsche abgefärbt. © dpa
Zu viel Fernsehen schadet der Gesundheit - im Fall einer 45-jährigen Amerikanerin sogar so sehr, dass die Frau mit Druck im Kopf, Verwirrung, Übelkeit und Blackouts zu kämpfen hatte. Besonders schwer verliefen die Attacken während ihrer Lieblingssendung, einem Klatschmagazin mit Moderatorin Mary Hart. Tests ergaben, dass die Patientin auf die Stimme von Hart allergisch war - Ärzte nennen das Phänomen "audiogene Epilepsie". © dpa
"Der Kuss war leidenschaftlich. Was danach kam, ein Albtraum", beschreibt Frei einen anderen Fall. Eine 20-Jährige rang nach einem Gute-Nacht-Kuss ihres Freundes nicht nur um Luft, sondern beinahe auch um ihr Leben. Der junge Mann hatte eine Stunde zuvor Shrimps gegessen. Was er nicht wusste: Seine noch recht neue Liebe war allergisch gegen Krustentiere. © dpa
Die Wiedervereinigung hatte bei einer 72-jährigen Ostdeutschen sogar gesundheitliche Folgen: Nach der Wende bekam die Diabetikerin ein neues Blutzuckermessgerät. Plötzlich waren die Werte trotz höherer Medikamentendosis viel zu hoch. Im Gespräch mit einem Arzt stellte sich heraus, dass das Gerät den Wert in Milligramm pro Deziliter anzeigte. In der DDR rechnete man aber mit der Einheit Millimol. © dpa
Eine völlig abgemagerte 21-Jährige gab Medizinern ein großes Rätsel auf. Die junge Frau litt unter starkem Durchfall und Bauchschmerzen, eine Essstörung konnte allerdings ausgeschlossen werden. Erst als die Patientin kaugummikauend zum nächsten Termin erschien, ging dem Arzt ein Licht auf: Die Frau hatte zu viel Sorbitol - ein Zuckerzusatzstoff, der in Kaugummis und Süßigkeiten enthalten ist - im Organismus. Bei übermäßigem Verzehr führt der Stoff zu Durchfall und Abmagerung. © dpa
Eine Seniorin wollte nach einem anstrengenden Einkaufsmarathon am Ausgang eines Ladens eine kleine Pause einlegen. Beinahe hätte sie das ihr Leben gekostet, denn sie hatte sich ausgerechnet zwischen zwei Pfosten des Anti-Diebstahl-Systems ausgeruht. Der Grund: Das Warensicherungssystem hatte den Herzschrittmacher der alten Dame außer Gefecht gesetzt. © dpa
Demi-Lee Brennan bekam mit neun Jahren eine neue Leber. Die Chirurgen hatten bei einer Transplantation in so jungen Jahren mit Komplikationen gerechnet, nicht aber damit, dass das Mädchen neun Monate später eine andere Blutgruppe haben würde. Sie hatte tatsächlich die Blutgruppe ihres Spenderorgans angenommen - die Abstoßungsgefahr war damit für immer gebannt. © dpa
Ein australischer Straußenfarmer brach eines Tages nach einem Ausflug ins Outback zusammen. Seine Muskelschwäche verschlimmerte sich derart, dass er künstlich beatmet werden musste. Der Grund: Der 44-Jährige hatte täglich vier bis zehn Liter Coca-Cola getrunken. Der Softdrink hatte dazu geführt, dass der Mann Unmengen von Kalium über den Urin ausschied und so unter extremem Mangel litt. © dpa
Ein 46-Jähriger wurde am Flughafen festgenommen, weil die Detektoren angeschlagen hatten. Der Mann hatte aber weder Waffen noch Sprengstoff bei sich. Schuld war eine Therapie mit radioaktivem Jod, der er sich wenige Wochen zuvor wegen seiner Schilddrüsen-Überfunktion unterzogen hatte. © dpa
Mit einer neuen Leber bekam ein Australier auch eine "Second-Hand-Allergie": Das Organ stammte von einem 15-Jährigen, der negativ auf Erdnüsse reagiert hatte. Auf seine Leibspeise Cashewnüsse musste der 60-Jährige fortan verzichten. © dpa
Einem 67-jährigen Briten mit Problemen beim Wasserlassen gab ein Arzt folgenden Tipp: Er solle während der Pinkelpausen einen Kopfstand machen. Dies würde die Blasensteine, die seinen Harnausgang versperrten, verschieben. © dpa
Wellness-Oasen sind ein eher harmloses Terrain. Eine 53-Jährige klagte allerdings nach einem Besuch über schreckliche Schmerzen im Oberbauch. Ärzte fanden heraus, dass sich unterhalb des Zwerchfells Luft angestaut hatte. Später gab die Frau zu, sich im Whirlpool auf eine der Düsen gesetzt zu haben. Die Luft drang durch die Scheide in die Gebärmutter und von dort über die Eileiter in den Bauchraum. Das Problem löste sich nach wenigen Tagen in Luft auf. © dpa
Diese und weitere medizinische Kuriositäten finden Sie in Martina Freis neuem Buch "Das Mädchen mit den zwei Blutgruppen. Unglaubliche Fallgeschichten aus der Medizin." Erschienen ist es bei Eichborn 2010. Es hat 224 Seiten und kostet 16,95 €. © Eichborn

Rubriklistenbild: © dpa

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